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Donnerstag, 29. Dezember 2011

Reise um Neuseeland VI (mit Campervan)

TaupoTokoroaHamilton (NZ) (Donnerstag, 29.12.2011)
Wetter: heiter, bedeckt bis Nieselregen / Temp.: 24 Grad

Nach unseren Erfahrungen sind die Wetterprognosen in Neuseeland generell etwas pessimistisch, so dass man eher mit besserem Wetter rechnen kann. So blinzelt auch heute morgen die Sonne zwischen den Wolken durch und wir messen bereits 16 Grad Celsius, obwohl die Wetterfrösche auf Regen getippt haben. Die neuseeländische Wetterseite im Internet ist übrigens www.metservice.com (bzw. www.metservice.co.nz). Wenn man den Aufbau dieser offiziellen "Website" mal kapiert hat, sind dort jede Menge Informationen übers Wetter abrufbar ;-)

Unsere Fahrt auf dem Highway Nr. 1 zur nächst grösseren Stadt "Hamilton" ist weit weniger spektakulär als die Fahrt durch den Urwald und die Vulkan-Landschaft der letzten Tage.

Auf der Ausfahrt von "Taupo" fahren wir nahe an der riesigen Anlage zur Stromgewinnung auf geothermischer Basis vorbei.

Hier herrscht bestimmt kein Energiemangel, denn die Gegend sitzt auf heissem Untergrund. Dies zeigen schon die überall vorhandenen heissen Thermalbäder in der Umgebung. Wie die Tageszeitung "New Zealand Herald" heute berichtet, ist in "Taupo" ein weiteres geothermisches Kraftwerk geplant. Die 60 Megawatt sollen die Stadt "Auckland" mit Strom versorgen, entsprechend der jährlichen Wachstumsrate von Neuseelands Metropole.

Bei anheimelnden Dorf "Tokoroa" machen wir unseren ersten Halt.





Die vielen Holzskulpturen aus der Maori-Kultur ziehen uns magisch an.





Viele Dorf- und Städtenamen entstammen der Maori-Sprache. Auch auf unserer heutigen Strecke liegen diverse Dörfer mit klingenden Namen wie, "Taupo", "Atiamuri", "Tokoroa", "Putaruru", "Tirau" und "Karapiro". Ähnlich, wie bei den Hawaiianern, werden die Vokale einzeln und nicht wie im Deutschen als zusammenhängend Umlaute, ausgesprochen. So wird beispielsweise "Maori" als "m ā o r i" mit Betonung auf das "ā" ausgesprochen.

Dreimal dürft ihr raten, wo wir nächstens entschwinden werden ;-) "McCafé" macht auch hier einen guten Cappuccino ;-)

Der "Lake Karapiro" ist ein künstlicher Stausee, der aus dem "Waikato River" gebildet wird, welcher der Stromgewinnung dient. Auf dem lang gestreckten See fanden aber auch die "British Empire Games" 1950 und die Weltmeisterschaften 1978 und 2010 im Rudern statt.

Wenn wir diese Schmierereien auf dem Schild (oben) richtig interpretieren, wurde dies von einem Deutschsprechenden verübt, vermutlich von einem zurückgebliebenen Europäer, der noch nicht begriffen hat, dass Spayen und dergleichen in der übrigen Welt längst "out" sind.



Dieser besonders schöne Busch am Wegesrand (es handelt sich womöglich um Hortensien) trägt je nach Reifegrad seine Blüten von kräftigem Gelb über zartem bis sattem Blau.







Der Campingplatz "City Holiday Park" in "Hamilton" ist relativ klein und einfach gehalten, aber für eine Übernachtung sollte es reichen. Mit dem Wetter sind wir entsprechend den Umständen ganz zufrieden. Unterwegs nieselt es zwar ab und zu, aber ebenso zeigt sich kurz die Sonne. Vor allem sind wir erstaunt über die Tageshöchsttemperatur von 24 Grad. So unternehmen wir denn frohgemutes einen Spaziergang durch die Innenstadt. Der "Waikato River" liegt weit unter dem normalen Stadt-Niveau in seinem von Grün umgebenen Flussbett.

Die Haupteinkaufsstrasse nennt sich auch hier, wie in vielen Städten Neuseelands, "Victoria Street". "Hamilton" besitzt zwar nicht den schönsten Weihnachtsbaum, jedoch den grössten, den wir auf unserer Fahrt bisher entdeckt haben. Er befindet sich auf dem zentralen "Garden Place". Von Schönheit ist hier nicht die Rede ;-)



Bei diesen grossblättrigen, weissen Blüten könnte es sich um Magnolien handeln, aber sicher sind wir uns nicht.




Der Lokalzeitung entnommen:
Die Neuseeländer stehen mit ihrer Fettleibigkeit mittlerweile weltweit an dritter Stelle, ist heute zu lesen. Wer die beiden Führenden sind, bleibe an dieser Stelle unerwähnt. Verantwortlich dafür sind auch hier, wie in anderen Ländern mit derartigen Problemen, die Bewegungslosigkeit und die zu fette und süsse Ernährung. Ausserdem ist die ganze Infrastruktur aufs Auto ausgerichtet. Man geht so wenig wie möglich zu Fuss. Auf der einzigen Eisenbahnlinie verkehren "de facto" nur Güterzüge und der öffentliche Verkehr ist lediglich in den grösseren Städten ein Thema.

Für uns hat dies aber auch seine Vorteile: Parkplätze sind praktisch überall in genügender Anzahl vorhanden und gratis zu benutzen. Wir schätzen dies sehr, denn bei uns zuhause kann man nicht einmal auf einem Erholungs- und Fitnessgelände ohne Parkgebühren und Zeitlimit parken, geschweige in der Stadt.

HamiltonWellsfordMatakohe (NZ) (Freitag, 30.12.2011)
Wetter: bedeckt, Regenschauer bis heiter / Temp.: 24 Grad

Weiter geht's auf dem Highway Nr. 1 in Richtung "Auckland". Diese Stadt wollen wir jedoch umfahren. Unser heutiges Ziel ist der ca. 260 km entfernte Campingplatz "Kiwi Holiday Park" in "Matakohe". Wettermässig erleben wir heute das ganze Spektrum von bedecktem Himmel über Regenschauer bis zu einzelnen sonnigen Abschnitten. Dazu weht ein kräftiger Wind, und die Temperaturen erreichen immerhin angenehme 24 Grad. So viel zum Wetter ;-)

Wir starten beizeiten und kommen zügig voran. Bereits um zehn Uhr sind wir auf der Umfahrung von "Auckland", welche wir problemlos und ohne irgendwelche Staus durchfahren.

Bei dem trüben Wetter kann ein Café zur Aufmunterung nicht schaden ;-) Unser Parkplatz bei "McCafé" ist sozusagen von Blumen eingerahmt.

Leider verblassen die zahlreichen Fjords um diese Metropole grau in grau mit dem ebenso grauen Himmel. Immer wieder geraten wir in einzelne kräftige Regenschauer.

Nördlich der Grossstadt verändert die Vegetation und Landschaft wieder ihr Gesicht. Mal führt die Strasse einem Flusslauf entlang, mal schlängelt sie sich durch die endlose Hügelketten.



Mit HDR-Fotos retten wir die ansonsten flauen Landschaftsbilder.





Hin und wieder streifen wir das Ende der zahlreichen Fjorde. Über weite Strecken verläuft die Strasse auf Kammlagen mit herrlicher beidseitiger Aussicht auf die grüne Landschaft. Es ist ein ständiges Auf und Ab mit teilweise beträchtlichen Steigungen.



Nichtsdestotrotz ist es jammerschade, dass wir diese wunderschöne und liebliche Gegend ohne Sonnenschein und blauen Himmel durchfahren müssen. Die Landschaft schaut dadurch vergleichsweise flau und lustlos aus.

Das Städtchen "Wellsford" besitzt eine Schlüsselstellung. Hier treffen sich vier Strassen und nur eine Einzige führt weiter in Richtung Norden. Deshalb ist die Ortschaft verkehrsmässig total überlaufen. Wir machen dennoch einen kurzen Lunch-Halt beim "Subway", denn Mittag ist bereits vorbei und unsere Mägen schreien nach Nahrung.

Nach dem Essen nehmen wir die letzten 54 Kilometer unter die Räder. Das Dorf "Matakohe" liegt am Ende des stark verschlungenen "Arapaoa River", der hier als Fjord bereits den Gezeiten ausgesetzt ist.

Der Campingplatz "Matakohe Holiday Park" liegt auf einem Hügelkamm mit wunderschönem Ausblick auf den Fjord und ist einfach, aber liebevoll eingerichtet.







Wir können unsere Parzelle selbst auswählen und sind schnell eingerichtet.

Einem Spaziergang zum nahen Dorf steht nichts mehr im Wege. Die mächtigen Bäume mit den weit verzweigten Ästen imponieren uns immer wieder von Neuem.



Wir befinden uns mittlerweile am Rande der "Kauri Coast".

Von diesen prächtigen Riesen sind anfangs des 20. Jahrhunderts nur noch 4% des Baumbestandes übrig geblieben. Der Hauptbestand wurde zwischen 1800 und 1900 als Nutzholz gefällt. "Matakohe" besitzt deshalb auch ein Kauri Museum um die traurige Geschichte dieser mehrere Hundert bis zu Tausend Jahre alten Bäume zu dokumentieren.



Schon bei der Anfahrt haben wir ein geeignetes Lokal für Café und Kuchen gesichtet :-)

Für die Terrasse ist es uns aber doch etwas zu windig.



Der Spaziergang an den Fjord ist nicht sehr ergiebig. Die Stimmung ist heute Nachmittag einfach zu trist.

Vielleicht scheint ja morgen wieder die Sonne :-)

Matakohe – Waipoua Forest – Rawene (NZ) (Samstag, 31.12.2011)
Wetter: schön bis bewölkt / Temp.: 27 Grad

In der Nacht hat es ab und zu kräftig geregnet und in der Ferne war sogar ein Sommergewitter zu hören. Zu unserem grossen Erstaunen und entgegen der Wettervorhersage starten wir unsere heutige Etappe nach "Rawene" bei schönstem Sonnenschein und 20 Grad Lufttemperatur.

Wir fahren zunächst dem "Wairoa River" entlang und geniessen die herrliche Landschaft, die sich gestern quasi versteckt gehalten hat. Der "Tokatoka Peak" ist ein ähnlich prägnanter Berg, wie der "Mt Warning" an der Ostküste Australiens.

Schafe sind zwar Herdentiere, aber auf der Weide lieben sie es verstreut zu sein. So entsteht keine Fressneid :-)



Bei "Dargaville" überqueren wir den "Wairoa River" und suchen erst mal unseren bevorzugten Einkaufsmarkt "Countdown" auf. Wir werden längere Zeit keine grössere Städte mehr anfahren und müssen deshalb unsere Vorräte aufstocken.

Durch diese wunderbare grüne Hügellandschaft geht unsere Reise Richtung Nordwesten weiter.



Unser nächstes Ziel ist der "Waipoua Forest" mit seinen riesigen "Kauri Trees". Gleich am Anfang des "Trounson Kauri Park" liegt der "Top 10 Holiday Park" idyllisch an einem Bächlein.

Gleichwohl möchten wir heute noch bis nach "Rawene" weiterfahren, um am nächsten Morgen gleich mit der Fähre den Fjord zu überqueren. So folgen wir der Urwaldstrasse weiter und geraten etwas unplanmässig auf eine "Gravel Road"-Strecke, die als solche in unserem Reiseatlas nicht eingezeichnet ist. Da hilft nur die Flucht nach vorne ;-) Die kurvige 15 Kilometer lange Strecke ist zum Glück nur wenig befahren, so dass wir gut vorwärts kommen.



Als Belohnung erhalten wir traumhaft schöne Ausblicke auf die faszinierende Urwald-Landschaft.



Bei einem Abstecher zu einem hochgelegenen Lookout macht unser Automatikgetriebe beinahe schlapp. Eigentlich hatten wir einen Campervan mit einem normal geschalteten Getriebe geordert, aber einen Automaten erhalten. Der Rundblick über die ausgedehnten Waldgebiete ist faszinierend.



Die Strasse schlängelt sich weiter durch den saftgrünen Jungle und wir folgen ihr gehorsam ;-)



An diesem traumhaft schönen "Camp Ground" liesse sich frei stehen und übernachten. Für uns ist es ein willkommener Platz zum "Lunchen".





Kurz darauf sichten wir die ersten mächtigen "Kauri Trees", die von den grossen Rodungen der Vergangenheit noch übrig geblieben sind.





Bei den einzigartigen "Giant Kauri Trees" machen wir Halt und spazieren über einen Holzsteg, der zum Schutz der Baumwurzeln angebracht worden ist, durch den dunklen "Jungle" zum "Tane Mahuta".





"Tane Mahuta" nennen die "Maori" den grössten noch existierenden Nachfahren, dieser grossartigen Riesenbäume. Sein Alter wird auf ca. 2000 Jahre geschätzt, was bedeutet, dass er etwa gleichzeitig als junges Pflänzchen das Licht der Welt erblickte, als Jesus Christus lebte.



In der gewaltigen Baumkrone haben nicht nur Orchideen ihr zuhause gefunden, sondern über die Jahrtausende bestimmt auch Hunderte von Vögeln genistet.

Über eine kurvenreiche Strasse geht's durch den Urwald in Richtung Küste weiter.

Der Urwald lichtet sich immer mehr und gibt endlich den Blick frei ins liebreizende "Waimamaku-Tal".

Das bezaubernde Tal steht stellvertretend für die ganz besondere Schönheit Neuseelands mit seiner unglaublich grünen und üppigen Vegetation.





Noch einmal windet sich die Strasse steil auf eine Hügelkette empor bevor sie danach den fantastischen Blick aufs Meer und einen atemberaubend schönen Meeresarm freigibt.



Kurz bevor wir zum Fjord hinunter tauchen, geniessen wir vom "Scenic Lookout" aus die fantastische Aussicht auf die Sanddünen am Eingang zum "Hokianga Harbour".









Dieser weit verzweigte Fjord reicht bestimmt 40 km ins Landesinnere.

Zur Vergrösserung auf Landkarte klicken (190 kB)

Zunächst fahren wir ein paar Kilometer der Küstenstrasse entlang bis zur Abzweigung nach "Rawene" unserem Tagesziel. Das Thermometer erreicht heute Nachmittag die 27 Gradgrenze. Zusammen mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von 90% ist es hier schon tropisch schwül. Wir müssen uns erst wieder daran gewöhnen.





Der Campingplatz "Rawene Holiday Park" liegt zuoberst auf dem Dorfhügel und verfügt über eine traumhafte schöne Aussichtslage.

Der Campingplatz ist zwar klein, aber gut gepflegt und sauber. Vom Swimmingpool aus liegt einen buchstäblich die Bucht zu Füssen.

Wir machen uns sofort auf den Weg ins Dorf, weil das bekannte "Boatshed Café", welches aus dem Jahre 1926 stammt, bereits um drei Uhr schliessen soll.

Wir treffen gerade noch rechtzeitig ein, um einen Café mit Kuchen zu kriegen :-)

Das Ambiente ist wirklich sehr speziell und gemütlich.

Wir fühlen uns auf Anhieb wohl und die Bedienung ist ausgesprochen nett, obwohl wir erst nach drei Uhr bestellen.



Anschliessend schauen wir uns noch ein wenig im schmucken Dorf um. "Rawene" ist ein altes Maori-Dorf und noch heute leben hier viele dieser Familien. Romantiker kommen hier auf ihre Kosten.





Mit dieser Fähre werden wir morgen ans andere Ufer übersetzen.

An dieser traumhaften Wohnlage mit dieser tollen Aussicht lässt sich's leben :-)





Wir hatten heute ein volles Programm. Zum Glück hat das Wetter mitgespielt, so dass wir die herrlichen Landschaftsbilder in vollen Zügen geniessen konnten.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern unseres Reisetagebuches
einen guten Rutsch ins 2012
und viel Glück und gute Gesundheit für das Neue Jahr.

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