Wetter: bedeckt, Regen bis heiter / Temp.: 15 – 19 Grad / Wind: 2 – 3 Bf. (NO)
Mit dem heutigen Tag geht unsere zweiwöchige Schönwetterperiode endgültig zu Ende. Am frühen Morgen scheint zwar noch kurz die Sonne. Doch dann entwickelt sich das Wetter leider nicht ganz nach unseren Wünschen. Je weiter wir nach Süden vorstossen, um so bedeckter wird der Himmel, und als wir gegen Mittag in unserer nächsten Destination "Ystad" einfahren, fängt es sogar leicht zu regnen an.
Obwohl wir an diversen Elch-, Reh- und Wildschwein-Warnschildern vorbeifahren, kriegen wir lediglich zwei Rehböcke zu Gesicht, die unweit vor uns über die relativ stark befahrene Strasse springen. Unsere Überraschung ist so gross, dass wir keine Zeit finden, ein Foto zu schiessen. Auf den ersehnten Elch warten wir leider vergeblich.


Nach einem kurzen Einkauf bei "ICA-Supermarkt" am Rand der Stadt, steuern wir zunächst den Campingplatz "Sandskogen" an. Das "Eincheck-Procedere" erscheint uns etwas kompliziert. Zuerst muss man per Fahrrad dem Platzanweiser hinterher fahren. Dieser zeigt einem die Parzelle. Mit der zugewiesenen Nummer muss man sich anschliessend bei der Rezeption definitiv anmelden. Wir erhalten auf dem ziemlich stark belegten Campingplatz eine schöne Parzelle. So richtig ruhig und lauschig wird es hier gleichwohl nicht werden, denn auf der einen Seite führt die Hauptstrasse und auf der anderen die Eisenbahn vorbei. Die sanitären Anlagen sind dagegen OK, wenn auch für die Grösse des Platzes etwas knapp bemessen. Ein flächendeckendes, aber kostenpflichtiges WLAN ist ebenfalls vorhanden.
Obwohl von der Sonne noch nichts zu sehen ist, fahren wir am späten Nachmittag mit unseren Velos in die 3 Kilometer entfernte Altstadt hinein, um einen ersten Augenschein zu nehmen. Der Radweg verläuft parallel zur Strasse und führt direkt zur attraktiven Haupteinkaufsstrasse der Stadt.



In der Altstadt sind viele Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert erhalten. Zusammen mit ihren Pflasterstrassen und dem allgemein beschaulichen Strassenbild fühlt man sich wie in längst vergangene Zeiten versetzt.




Unmittelbar westlich des Rathauses befindet sich die "Sankt-Marien-Kirche".



Die ältesten Teile der Kirche stammen aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde als dreischiffige Kirche im romanischen Stil erbaut. Die Kirche, wie sie sich heute präsentiert, wurde jedoch erst im 15. Jahrhundert geschaffen. Dabei wurde das Seitenschiff bis zum Chorumgang verlängert, welches zusammen mit dem Chor mit den charakteristischen Spitzbögen, einen ausgeprägten spätgotischen Stil aufweist.


Die Kanzel ist ein kunstvolles Meisterwerk aus Kalkstein, welches zwischen 1626 und 1631 entstand.


Die weiteren Sehenswürdigkeiten von "Ystad" sparen wir auf morgen auf. Dann soll das Wetter nämlich wieder sonniger werden.
Ystad – Trelleborg (S) (Montag, 30.7.2012)
Wetter: bewölkt, schön, Gewitter / Temp.: 16 – 20 Grad / Wind: 2 – 3 (8) Bf. (SW)
Wir haben besser geschlafen, als erwartet. Von der Strasse haben wir rein gar nichts gehört, und erst um ca. sechs Uhr morgens hat uns ein Personenzug kurz aus dem Schlaf geholt.

Es erwartet uns ein wunderschöner Tag. Um neun Uhr sind wir mit unseren Velos bereits unterwegs in die Innenstadt. Wir haben noch viel zu entdecken, denn die Altstadt ist grösser, als wir gestern im Schnelldurchgang angenommen hatten.



Die "Gamla Staden", wie die Altstadt in dieser Gegend genannt wird, ist für Romantiker ein absolutes Muss. So viele prächtige, farbenfrohe Riegelbauten gibt es selten zu bewundern.





Derweil sollte man nicht in der Hauptstrasse verharren, sondern auch die Seitengassen in den Entdeckungsrundgang einbeziehen.





Und auch auf die eindrucksvolle "Sankt-Marien-Kirche" werfen wir, diesmal bei Sonnenschein, nochmals einen kurzen Blick.

Das "Alte Rathaus" befindet sich am Hauptplatz im Zentrum der "Ystader" Altstadt. Das Gebäude geht bis auf das 15. Jahrhundert zurück. Aus dieser Zeit stammt auch der Rathauskeller, in dem heute ein Restaurant untergebracht ist.

Das 1258 gegründete "Kloster Ystad" der Franziskaner "St. Petri" zählt zu den besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen in Schweden und beherbergt heute das Stadtmuseum.




Der Klosterweiher gibt dem mit Blumen geschmückten Park noch mehr von dieser heimeligen Atmosphäre.

In unmittelbarer Nähe, südlich davon, treffen wir auf dieses anheimelnde Restaurant mit Gartenwirtschaft.

Die malerische Altstadt von "Ystad" gefällt uns ausgesprochen gut.



Gerne würden wir noch einen weiteren Tag hier verweilen. Doch inzwischen haben wir wieder Termine, die wir einhalten wollen (z. B. Roller-Reparatur), und zudem haben wir das Fährticket für morgen via Internet bereits gekauft. So verlassen wir denn gegen elf Uhr diesen anmutigen Ort und fahren die letzten 60 Kilometer auf schwedischen Strassen nach "Trelleborg" (Wassertürme von "Ystad").

Auf der Schnellstrasse E65 fahren wir durch ausgedehnte Getreidefelder in Richtung "Malmö". Eigentlich hätten wir die direktere Uferstrasse nehmen sollen. Aber wie es so ist, manchmal vertraut man allzu gerne dem "Navi". Als wir dies bemerken, sind wir schon zu weit ins Landesinnere gefahren, um nochmals an die Küste zurückzukehren. Die Landschaft ist nichtsdestoweniger abwechslungsreich und lieblich. Vielleicht haben wir Glück und sehen dafür sogar noch einen Elch ;-)



Trotz Umweg treffen wir schon gegen Mittag in "Trelleborg" ein und beziehen auf dem Campingplatz "Dalabadets Camping" eine Parzelle. Mit der Bewertung des Campingplatzes im ADAC-Campingführer sind wir nicht ganz einig. Dieser vergibt für die sanitären Anlagen lediglich einen einzigen Stern. Dabei sind vergleichsweise genügend WCs, Duschen und Waschgelegenheiten vorhanden, und sauber sind die Räumlichkeiten ebenfalls. Einzig ein WiFi-Netz vermissen wir ein wenig. So müsst Ihr eben noch einen Tag auf diesen Reisetagebuchbeitrag warten ;-)



Da der ruhige Campingplatz direkt an der Ostsee liegt, nur durch eine kleine Sanddüne vom wunderschönen Sandstrand getrennt, gibt es hier auch zahlreiche badewillige Gäste. Obwohl das Thermometer heute wieder die 20-Gradmarke erreicht, verschwenden wir verständlicherweise keinen einzigen Gedanken ans Baden ;-)


Der Campingplatz kann sogar mit Strandbar und Restaurant aufwarten.

Mit diesem letzten Campingplatz auf schwedischem Boden heisst es allmählich Abschied nehmen vom wunderschönen Schweden. Wir haben die drei Wochen Dank des mehrheitlich schönen Wetters in vollen Zügen geniessen können. Die allzeit präsente schwedische Flagge wird uns fehlen ;-)

Aufmerksame Leser werden bestimmt schon spüren, dass beim Schreiben dieser Zeilen unterschwellig ein bisschen Wehmut mitschwingt. Das wunderschöne Schwedenland ist für uns noch nicht abgehakt. Wir werden bestimmt irgendwann nochmals hierher kommen. Bei unserer ambitiösen Reiseplanung kann dies aber noch eine Weile dauern.
Eben läuft die Drei-Uhr-Fähre der "Scandlines" aus. Mit dieser werden wir morgens um acht Uhr ebenfalls ablegen und das "Volvo-Land" auf dem Wasserweg in Richtung Deutschland verlassen.

Gegen fünf Uhr braust aus Süden sodann ein heftiger Gewittersturm über die Küste hinweg. Zwei Donnerschläge, nur wenig Regen, dafür Sturmwind mit Windböen bis über 8 Beauforts peitschen übers Land.


Eine Viertelstunde später ist der ganze Spuk vorbei, und die Sonne scheint wieder, als sei nichts gewesen.


Die Fünf-Uhr-Fähre hat mit dem Auslaufen wohlweislich noch etwas zugewartet :-)

Eine Stunde später wird unser Campingplatz von einem Konvoi, bestehend aus 15 Wohnmobilen aus der Schweiz, heimgesucht. Wie sich herausstellt, sind die neuen Gäste eben mit der Fähre angekommen und haben den Sturm offensichtlich hautnah miterlebt. Wir hoffen sehr, dass wir morgen bei der Überfahrt ruhigeres Wetter haben werden. Die Wetterprognosen schauen jedenfalls positiv aus :-)
Foto des Tages: Zum Abschied schenkt uns Petrus noch einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Trelleborg (S) – Sassnitz, Rügen (D) (Dienstag, 31.7.2012)
Wetter: bewölkt bis schön / Temp.: 16 – 20 Grad / Wind: 4 – 6 Bf. (SW)
Wir wollen beizeiten am sechs Kilometer entfernten Fährhafen sein und fahren bereits um Viertel nach sechs Uhr durch das Tor des Campingplatzes in Richtung "Trelleborg" los. Eine Viertelstunde später stehen wir zusammen mit anderen Wohnmobilsten in der Warteschlange der "Scandlines" nach "Sassnitz".

Zunächst denken wir an ein Aussie-Gefährt, als wir neben uns den Jeep mit Campinganhänger einfahren sehen. Erst ein Blick auf das Nummernschild belehrt uns eines anderen. Ein österreichischer "Off-roader" hat sich offenbar in der weiten Wälder- und Seenlandschaft Schwedens ausgetobt ;-)

Eine Stunde vor der Abfahrt fahren wir in den geräumigen Bauch der "FS Sassnitz". Die Fähre ist mit 20445 BRT immerhin 171.5 m lang und beherbergt 1000 Fahrgäste.

Wir haben mit Frühstücks-Buffet gebucht und machen uns gleich auf die Suche nach demselben. Auf dem 7. Oberdeck soll es auf uns warten.

Kurz vor acht Uhr legen wir ab. Die Heckklappe wird eben runtergefahren.

Das Hafenbecken wird von schwimmenden Baggerplattformen regelmässig vom Schwemmsand befreit.

Wir sagen Schweden endgültig ade und stechen mit 18 Knoten in See.



Mit einer anderen Fähre sind wir für kurze Zeit auf Kollisionskurs.

Obwohl aus Südwesten ein straffer Wind mit 5 bis 6 Bf. weht, welcher eine Welle von 1,5 bis 2 Meter aufbaut, durchpflügt das Schiff ohne gross zu schlingern die Ostsee. Wir können das Frühstücks-Buffet jedenfalls in Ruhe geniessen.


Nach drei Stunden taucht die Insel Rügen vor uns auf. Die markanten weissen Kalksteinfelsen sind schon von weitem zu sehen.

Wir fahren am "Königsstuhl" vorbei, den wir bei einer Bootsfahrt vor Jahren schon einmal bestaunt hatten, damals allerdings bei Schmuddelwetter.


Der neue Hafen liegt noch ein ziemliches Stück vom Dorf "Sassnitz" entfernt.

Pünktlich um 11:45 Uhr fahren wir rückwärts in den Hafen von "Sassnitz" ein. Beim Ausfahren sind wir beinahe die Ersten und können zügig unser nächstes Ziel ansteuern. Dreiviertel Stunden später sind wir bereits beim Honda-Zentrum in "Stralsund". Die Dame beim Empfang kommt eben mit dem Ausdruck unserer EMail in der Hand aus der Werkstatt. Der Mechaniker ist bestens im Bild und nimmt unseren Roller gleich vor, ein geradezu optimaler Start :-) Zum Glück springt der Startermotor nicht gleich beim ersten Versuch an, sondern erst nach längerem Probieren. Wir sind erleichtert, denn wenn der Roller wiederum, wie in der Garage in Schweden, problemlos angesprungen wäre, hätten wir uns ein zweites Mal gewissermassen blamiert. Ohne Roller, aber irgendwie entspannt, fahren wir unserem vorläufig definitiven Ziel, dem "Stellplatz Seehof", entgegen.
Foto des Tages: Unser erster Sonnenuntergang auf dem Seehof