Wetter: sehr schön bis bewölkt / Temp.: 17 - 24 Grad / Wind: 3 - 4 Bf. (N)
Aktuelle Windstatistik Gargano 2012 (Download PDF-Dokument)
Heute nutzen wir noch den Restwind der vergangen 21 Starkwindtage, seit der letzten 3-Tages-Flaute, der für zwei Stunden mit 3 bis 4 Beaufort über die Marien-Bucht weht. Nach langem ist wieder mal grosses Material angesagt. Unter unseren 6.0 bzw. 7.2 m2 Segeln und den 115 bzw. 123 Liter Brettern läuft da gar nichts. Viele Surfer sind heute mit zu kleinem Surfmaterial unterwegs und erleben nur Frust.
Die Windstatistik kann sich dieses Jahr durchaus sehen lassen. Wir sind in den 48 Tagen seit wir hier im Gargano sind immerhin an 32 Tagen gesurft, was einer Windausbeute von 66.7 % (= 2/3) entspricht. Diese liegt zwar immer noch hinter den 78.4 % des Rekordjahres 2011 zurück, ist aber für ein Mittelmeerrevier ohne reine Thermikverhältnisse schon beachtlich. Für die nächsten drei Tage bis zu unserer Abreise ist kein Starkwind mehr vorhergesagt. So riggen wir heute Nachmittag unsere kleineren Segel bereits ab.
Gerne folgen wir der Einladung von unseren Campingnachbarn Hedwig und Ernst zu Kaffee mit Erdbeerkuchen :-) Silvie, Margot und Fred sind ebenfalls eingeladen, und wir verbringen einen gemütlichen und unterhaltsamen Nachmittag.
Fotos des Tages: Schnee im Gargano? ;-)


Des Rätsels Lösung: Der Sturmwind vom 17.05.2012, der mit 7 bis 9 Bf. übers Meer fegte, hat in einem zerfurchten, felsigen Küstenbereich kurz vor der Bucht in "Molinella" zu einer starken Schaumentwicklung geführt. Der Schaum wurde vom Wind ins Landesinnere verfrachtet und hat dort für selten "winterliche" Verhältnisse gesorgt [Fotos von Uschi und Josef].

Windsurfen am Gargano (I) (Dienstag, 29.5.2012)
Wetter: sehr schön / Temp.: 15 - 25 Grad / Wind: 3 - 4 Bf. (NW - N)
Der wolkenlose Himmel heisst den 44. Schönwettertag, von 49 Tagen unseres bisherigen Gargano-Aufenthalts, willkommen :-) Am Vormittag packen wir alle Segel und Bretter, ausser den beiden grössten, zusammen, denn eigentlich ist für die nächsten Tage kein surfbarer Wind mehr prognostiziert.
Doch einmal mehr rechnen weder "Windguru" noch "Windfinder" nicht mit den besonderen Gegebenheiten des Gargano. Um halb zwölf Uhr, als wir mit unseren Rollern eben losfahren wollen, zeigt uns ein kurzer Blick zum Strand, dass sich beide geirrt haben. Es weht bereits ein Nordwind mit 3 bis 4 Bf. Wir setzen unseren Entschluss, heute nach "Vico del Gargano" hoch zu fahren trotzdem in die Tat um. Lothar begleitet uns.
Der Ginster ist nach wie vor am Blühen und die Patisserie und der Café in der "Gelateria Pasticceria Pizzicato" schmecken immer noch köstlich ;-)

Gegen zwei Uhr treffen wir bereits wieder auf dem Campingplatz ein. Der Wind hat im Moment offenbar etwas nachgelassen, so dass einige schon ihre Segel und Bretter zurücktragen.

Doch sie sollten sich täuschen. Als ich mit meinem 123 Liter Board und dem 7.2 m2 Segel starte, frischt der Wind wieder auf und erreicht komfortable 3 bis 4 Bf., manchmal auch etwas mehr.

Wer hätte nach den dürftigen Windprognosen gedacht, dass ich heute noch zwei Stunden echten Surfspass habe.
Den Abend verbringen wir ein letztes Mal im schönen "Vieste".


Wer die Wahl hat, hat die Qual. In "Vieste" gibt es unzählige Pizzerias, Gelaterias und Cafeterias, so dass uns die Entscheidung, wo wir uns niederlassen sollen, oftmals schwer fällt.




Unsere heutige Wahl fällt auf die Trattoria-Pizzeria-Bruschetteria "La Piazzetta". Die Pizza und Bruschetta schmecken vorzüglich und die Bedienung ist sehr freundlich. Um das Ambiente auf dem kleinen Platz vor dem "Padre Pio" Denkmal in vollen Zügen geniessen zu können, sollte man einen milden Abend ohne Wind aussuchen. Zurzeit sind die Abendtemperaturen noch nicht wirklich sommerlich.

Camping am Gargano (I) (Mittwoch, 30.5.2012)
Wetter: sehr schön / Temp.: 15 - 25 Grad / Wind: 1 - 2 Bf. (N - NO)
Endlich mal keinen Wind! Diese Worte von einem leidenschaftlichen Surfer zu hören, ist vielleicht überraschend. Man kann es sich kaum vorstellen, aber nach den vergangenen 22 (insgesamt 49) Tagen Surfwind, sehnt man sich buchstäblich nach einer Ruhepause, obwohl wir beide ohne Sportverletzungen davongekommen und eigentlich "fit for windsurfing" sind. Wir haben die Zeit im Gargano auch für andere Tätigkeit optimal genutzt. Trotzdem möchten wir wieder mal etwas anderes tun. Wir sind reif für den Aufbruch in Richtung Norden.
Am Vormittag tätigen wir in "Vieste" unsere letzten Einkäufe vor unserer Abreise. Zugleich nehmen wir von unserer geliebten Cafeteria "WHY NOT? Abschied ;-)

"Vieste" ist und bleibt unsere Lieblingsortschaft im wunderschönen Gargano. "Arrivederci Vieste"!
Am Nachmittag räumen wir unser restliches Surfzeugs zusammen und beladen unseren "Elchi". Bis auf die Fahrräder und den Roller sind wir gegen Abend eigentlich bereits fahrbereit. Natürlich nehmen wir uns dazwischen Zeit für einen Cappuccino auf der Terrasse der "Touring-Bar".


Heute ist in der Marien-Bucht tote Hose.

Es gibt nur Schwachwind für die Surfschule mit 1 bis 2 Bf. aus Nord bis Nordost.


Einzelne "SUP" sind ebenfalls unterwegs.

Wir wollen den Gargano nicht verlassen, ohne nochmals die hervorragende Pizza und das köstliche Profiterol des "Ristorante Mezzaluna" genossen zu haben. Wir schliessen uns einer stimmungsvollen Gruppe unseres Campingplatzes an. Mit dabei sind Silvie, Lothar, Margot und Fred, Hedwig und Ernst sowie Hans und Antonia. Das Lokal ist, wie immer, gerangelt voll. Zum Glück haben wir vorab reserviert.


Selbst auf der Terrasse herrscht heute Hochbetrieb, obwohl die Temperaturen dafür noch nicht allzu komfortabel sind. Gleichwohl ist der Service vorbildlich. Alleine der Geräuschpegel liegt heute Abend infolge der zahlreichen Gäste etwas hoch, so dass wir unsere Stimmbänder mehr als gewöhnlich strapazieren und die Ohren Spitzen müssen. Ein weiterer wundervoller Abend geht zu Ende :-)
Camping am Gargano (I) (Donnerstag, 31.5.2012)
Wetter: sehr schön / Temp.: 17 - 25 Grad / Wind: 1 - 2 Bf. (N)
Von den gut 7 Wochen unseres Gargano-Aufenthalts hatten wir nur an 7 Tagen etwas Regen. Dabei handelte es sich meist nur um kurze Regenschauer oder Regen während der Nacht. Nichtsdestotrotz hat nicht nur beim Surfwind, sondern auch beim Wetter und den Temperaturen der "Gargano-Urlaub 2011" die Nase vorn. Damals hatten wir während unseres beinahe 11-wöchigen Aufenthalts nur gerade 6 Tage mit Regen. So oder so können wir uns über den Surfwind und das Wetter im Gargano nicht beklagen.
Da wir nur noch wenige Einpackarbeiten vor uns haben, unternehmen wir am Vormittag eine Rollerfahrt nach "Peschici". Zum Radfahren ist es uns bereits zu warm. Silvie und Lothar begleiten uns. Die Altstadt von "Peschici" kennen wir zur Genüge. Dennoch gibt es immer wieder ein paar lauschige Eckchen zu entdecken.




Die unscheinbare "Chiesa del Purgatorio" haben wir bisher übersehen.

Die zahlreichen Boutiquen geben sich alle erdenkliche Mühe, die Touristen in ihre Shops zu locken.


Ob diese sogenannten "Sorgenaustreiber" wirklich die Sorgen vertreiben? Wir haben es noch nie ausprobiert ;-) Ein Leben ohne Sorgen dürfte wohl auch ziemlich langweilig sein. Sorgen gehören zum Menschen, wie Freude, Trauer und andere Emotionen.

Zum Abschluss des kurzen Ausflugs geniessen wir unsern Cappuccino mit Brioche in unserer favorisierten Cafeteria gleich neben dem Altstadttor.

Dazu gehört im Hintergarten ein romantisches Gartenrestaurant, welches jedoch nur am Abend geöffnet hat.

Im Gargano stehen wir zurzeit mitten in der Blumenpracht, zu schade eigentlich, dass wir jetzt schon abreisen müssen ;-)

Am Nachmittag geniessen wir unseren Cappuccino ein letztes Mal in netter Gesellschaft auf der faszinierenden Aussichtsplattform des Trabucco vor "Peschici".



Obwohl uns die Bedienung in der "Pizzeria Umbramare" bisher nicht überzeugen konnte und auch schon viele Gäste unseres Campingplatzes den gleichen Eindruck hatten, wagen wir nochmals einen Besuch, denn die Pizza und Pasta schmecken trotz allem ausgezeichnet. Mit Hilfe von Antonio, dem Surfshopbesitzer, der dort Dauergast ist, haben wir versucht auf den unfreundlichen Service ein wenig Einfluss zu nehmen, da wir für eine formgewandte Beanstandung zu magere Italienischkenntnisse besitzen. Mal sehen ob's etwas gebracht hat ;-)
Ob es unsere Intervention war oder nicht, können wir nicht beurteilen, aber die Freundlichkeit des Bedienpersonals ist auffallend. Pizza, Pasta, Wein und Espresso schmecken hervorragend, so dass wir kaum etwas daran auszusetzen haben. Trotzdem stellen wir fest, dass das Lokal vergleichsweise schlecht besucht ist. Vielleicht hat die Unfreundlichkeit der vergangenen Wochen bereits ihre Spuren hinterlassen. Mund-zu-Mund-Propaganda hat eben einen gewichtigen positiven, aber auch negativen Einfluss.
Gargano (I) – Piodella (CH) (Freitag, 1.6.2012)
Wetter: sehr schön bis leicht bewölkt / Temp.: 17 - 33 Grad
Anstatt, wie ursprünglich geplant, auf dem Stellplatz "Fano" zu übernachten, legen wir die ca. 900 km bis in die Südschweiz in einer einzigen grossen Reiseetappe zurück. Unser Ziel ist es, den Samstagnachmittag zuhause voll ausnützen zu können, denn für den kommenden Sonntag und Montag ist leider wieder Regenwetter vorausgesagt.
Kurz nach sieben Uhr fahren wir durchs Tor des Campingplatzes. Via "Peschici", "San Menaio", "Rodi" erreichen wir nach eineinhalb Stunden die Autobahn. Der Verkehr hält sich bis "Ancona" in Grenzen, und wir kommen gut voran. Die Autobahn-Baustellenlandschaft zwischen "Ancona" und "Rimini" durchfahren wir ebenfalls ohne Behinderungen. Da der Himmel mit Cirren-Wolken überzogen ist, halten sich die Temperaturen mit ca. 24 Grad im angenehmen Rahmen. Erst in der Po-Ebene strebt das Thermometer zügig gegen die Dreissigradmarke und erreicht ab "Modena" die heutige Höchsttemperatur von 33 Grad Celsius.
Im Autobahnstadtring von "Milano" geraten wir zur "Rush hour" in stockenden Kolonnenverkehr. Dies ist auch kein Wunder, denn der nur dreispurig ausgebaute äussere Stadtring ist für diese Grossstadt reichlich knapp bemessen.
Bei "Lugano Süd" verlassen wir die Autobahn und steuern in "Piodella" am "Lago di Lugano" den TCS-Campingplatz an, wo wir schon letztes Jahr übernachtet haben. Eine geeignete Parzelle für unseren Kurzaufenthalt ist schnell gefunden, da der Campingplatz nur mässig belegt ist. Die Schulferienzeit beginnt in der Schweiz erst anfangs Juli. Auffallend: Im Tessin ist es abends wesentlich wärmer, als im Gargano, wahrscheinlich, weil hier der relativ kühle Meereswind fehlt. Bei lauen 27 Grad nehmen wir das Abendessen im Gartenrestaurant des Campingplatzes ein.
Endlich mal wieder eine ungestörte, ruhige Nacht ohne italienische "Animatione", wie es in den letzten Tagen, seit die "Pfingstler" eingetrudelt sind, üblich gewesen ist. In der Schweiz ist bereits um 22 Uhr Nachtruhe, und so schlafen wir göttlich ;-)
Piodella – St. Gallen (CH) (Freitag, 2.6.2012)
Wetter: sehr schön / Temp.: 17 - 23 Grad
Wir brechen am Morgen beizeiten auf. Nach einem kurzen Tankhalt (der Diesel ist in der Schweiz zurzeit wesentlich günstiger, als in Italien) fahren wir auf der A2/A13 zügig in Richtung Norden weiter.

Die gut ausgebaute Passstrasse schlängelt sich durch das "Valle Mesolcina" in weiten Kurven, über Brücken und durch Tunnels immer höher bis zum 6,6 km langen "San Bernadino Tunnel" auf 1608 m. ü. M.


Der Verkehr von Norden nach Süden ist heute um einiges dichter, als auf unserer Seite.

Gegen Mittag treffen wir bereits in St. Gallen ein. Geschafft! – Das Wetter auf der Alpennordseite ist für einmal ebenso schön und warm, wie auf der Südseite. Dies kommt unserem Vorhaben für die Abarbeitung unserer Pendenzenliste entgegen, denn wir sind schliesslich mit unserem Roller unterwegs und auf trockenes Wetter angewiesen.
Hier endet die Reiseberichterstattung unseres Gargano-Aufenthalts 2012. In einer Woche geht's weiter in Richtung Norden.
Bis demnächst…
Anita und Heinz
(the travelling webmasters)























































































