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Freitag, 29. Juni 2012

Aufenthalt in Dänemark IV (mit Elchi)

Windsurfen am Ringkøbing Fjord, Skaven (Freitag, 29.6.2012)
Wetter: bewölkt bis schön / Temp.: 17,5 bis 22 Grad / Wind: 3 – 5 Bf. (SW - S)
Windsurfen: Segel 5.5, 7.2 m2 / Brett 115, 123 L / Dauer 1,5 h

Eine kräftige Gewitterfront ist in der Nacht über uns hinweggezogen und hat anscheinend warme Luft nachgezogen. Wir haben die Tropennacht nur um 2,5 Grad verpasst. Am frühen Morgen zeigt unser Thermometer sagenhafte 17,5 Grad Celsius an und dazu scheint die Sonne :-) Das Quecksilber kommt kaum nach mit Ansteigen. Die 20 Gradmarke überschreiten wir um zehn Uhr und alsbald erreichen wir die sommerliche Tageshöchsttemperatur von 22 Grad; so viel zum Wetter ;-)

Während sich die Einen, ausgerüstet mit Lesematerial und Liegestuhl, auf den Weg zum Strand machen, nutzen andere den mit 3 Bf. wehenden Wind bereits zum Surfen oder Kiten.





Der heutige Tag gilt wieder mal dem Windsurfen. Um halb ein Uhr wassern auch wir unsere Bretter. Für den aus Südwesten konstant mit 4 bis 5 Bf. wehenden Wind passen unsere grossen Bretter und Segel perfekt. Nach einer Stunde Windsurfen dreht der Wind leider auf Süden, was in diesem Revier schräg ablandig bedeutet. Dadurch schwächt sich der Wind auf 3 bis 4 Bf. ab und wird böiger. Nach einer weiteren halben Stunde brechen wir die Übung ab und entschliessen uns für eine Rollerfahrt nach "Skjern" zum Café.

Windsurfen am Ringkøbing Fjord, Skaven (Samstag, 30.6.2012)
Wetter: sehr schön / Temp.: 15 bis 21 Grad / Wind: 5 – 6 Bf. (SW)
Windsurfen: Segel 5.5 m2 / Brett 105 L / Dauer 4 h

Der heutige Tag wird wohl als Spitzenwindsurftag in die "Surf-History" unseres Reisetagebuches vom "Ringkøbing Fjord" eingehen. Die Eckdaten sind beeindruckend: Schönes, warmes Wetter (21 Grad), konstanter Wind mit 5 bis 6 Beauforts aus Südwesten und ca. 18 Grad Wassertemperatur. Was will man mehr :-)

Zum ersten Mal habe ich mit meiner Garmin-GPS-Uhr die Windsurfdaten eines Tages erfasst. Was da an Surfkilometern zusammenkommt und auch die Geschwindigkeiten mit denen man unterwegs ist, sind beachtlich. In den 4 Stunden habe ich eine Distanz von unglaublichen 130 km geschafft und dies mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von immerhin 32 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit betrug beachtliche 41,3 km/h.

Früh übt sich…


Foto des Tages: Campingwiese für Surfer, die Strandnähe einer windgeschützten Parzelle, wie wir sie haben, vorziehen.


Windsurfen am Ringkøbing Fjord, Skaven (Sonntag, 1.7.2012)
Wetter: bewölkt bis schön / Temp.: 14 bis 19 Grad / Wind: 6 (7) Bf. (SW)
Windsurfen: Segel 5.0, 5,5 m2 / Brett 85, 105 L / Dauer 2,5 h

Ein weiterer toller Surftag wertet unsere Windsurfstatistik auf. Der Wind hat gegenüber gestern sogar noch etwas zugelegt. Die Temperaturen bleiben jedoch mit maximal 19 Grad etwas verhalten, was dem Surferlebnis jedoch keinen Abbruch tut.

Die Strapazen von gestern sitzen mir freilich noch in den Knochen, so dass ich nach 2,5 Stunden Surfen bereits die Segel streiche. Schliesslich erwarten wir morgen wiederum einen Starkwindtag und müssen unsere Kräfte einteilen. Gleichwohl kann ich heute meinen persönlichen Geschwindigkeitsrekord am "Ringkøbing Fjord" auf 45,6 km/h hochschrauben :-)




Windsurfen am Ringkøbing Fjord, Skaven (Montag, 2.7.2012)
Wetter: leicht bewölkt bis sehr schön / Temp.: 15 bis 20 Grad / Wind: 4 (5) Bf. (SW)
Windsurfen: Segel 7.2 m2 / Brett 123 L / Dauer 2 h

Schon am Morgen weht ein satter Südwestwind mit 4 Bf. über den "Ringkøbing Fjord". Wahrscheinlich das letzte Mal wassern wir unsere Bretter, denn für die nächsten Tage ist kein surfbarer Wind mehr angesagt. Nach zwei Stunden Surfspass beenden wir sozusagen unseren Surfurlaub am "Ringkøbing Fjord" und beginnen mit dem Zusammenpacken unserer Surfausrüstung. Nach den letzten vier Tagen mit tollem Surfwind ("nota bene" bei schönem Wetter) haben wir uns mit dem Surfrevier wieder versöhnt. Sofern das Wetter stimmt, ist der Surfspot durchaus akzeptabel.

Trotzdem wird es, aus anderen Gründen, nicht unser Lieblingsrevier werden ;-) Es gibt schlicht zu viele Dinge, die für uns nicht stimmen. Zum einen entspricht die durch stinkende Algen und Seegras verschlammte Uferpartie nicht unseren Vorstellungen von einem passablen Surfstrand. Hinzu kommt, dass man bei niedrigem Wasserstand das Surf-Equipment oftmals weit hinaus schleppen muss, bis man endlich gefahrlos lossurfen kann. Das Wetter scheint hier im Westen Dänemarks zu dieser Zeit (Juni) doch sehr herb, oft regnerisch und relativ kalt zu sein. Wir sind uns an wärmere Gefilde gewöhnt.

Die ungenügende Anzahl Duschen auf dem Campingplatz sowie die in Skaven-Strand nur dürftig vorhandene Infrastruktur (Läden, Cafés, Restaurants) finden wir auch nicht sehr komfortabel. Man muss zum Einkaufen mindestens 24 km (Hin- und Rückfahrt) unter die Räder nehmen, denn im Camping-Shop wird nur das Allernötigste angeboten.

Am nächsten Donnerstag werden wir unsere Reise durch Dänemark jedenfalls fortsetzen. Ob wir jemals wieder hierher kommen werden, steht in den Sternen. Es gibt eben zu viele Alternativen, die eher unseren Vorstellungen von einem guten Surfrevier entsprechen.

Fotos des Tages: Trampolinkissen sind in Dänemark weit verbreitet und werden von Jung und Alt ausgiebig genutzt.




Rollerausflug nach Ringkøbing (Dienstag, 3.7.2012)
Wetter: schön bis bewölkt / Temp.: 12 bis 21 Grad / Wind: 2 – 3 Bf. (SO – SW)

Mit dem Roller fahren dem Fjord entlang bis nach "Ringkøbing".

Wegen des Schulferienbeginns in Dänemark und auch in den norddeutschen Ländern tummeln sich spürbar mehr Leute auf den Strassen von "Ringkøbing", als noch vor ein paar Tagen.





Aus den Bernsteinfunden an der Nordsee wird dieser verhärtete Baumharz aus der Zeit, als die Dinosaurier lebten, kunstvoll zu apartem Bersteinschmuck verarbeitet und auch in "Ringkøbing" in verschiedenen Boutiquen angeboten.



Bei unseren letzten zwei Ausflügen ins hübsche "Ringkøbing" haben wir uns am Fischerhäuschen verpflegt. Diesmal wagen wir uns trotz aller bisherigen Negativerfahrungen zum Italiener. Wir sollten es nicht bereuen. Der Besitzer und auch das Servierpersonal sind echte Italiener und so können wir die Pizzas für einmal in Italienisch bestellen ;-) Nicht nur die Pizzas schmecken ausgezeichnet, auch der Espresso ist nach echter italienischer Manier zubereitet und ist eindeutig der Beste, den wir bisher in Dänemark erhalten haben.

Am Nachmittag räumen wir den Rest unserer Surfausrüstung zusammen, damit wir den morgigen Tag frei zu unserer Verfügung haben und mit unseren Freunden noch eine Fahrradtour unternehmen können.

Ausflug zum Mittwochsmarkt nach Tarm (Mittwoch, 4.7.2012)
Wetter: bewölkt bis sehr schön / Temp.: 16 bis 24 Grad / Wind: 3 – 4 Bf. (SO)

Unser letzter Tag am "Ringkøbing Fjord" bricht an, und es ist ein wunderschöner warmer Sommertag :-) Wir nehmen innerlich allmählich Abschied von diesem Teil Dänemarks, der uns durchaus gefallen hat, mal abgesehen vom eher bescheidenen Wetter, welches uns immer wieder zu schaffen gemacht hat. Die anmutige Gegend mit ihren gefälligen, sauberen Dörfern und den ausgedehnten Radwegen um den Fjord mit der unberührten Natur sind wirklich sehr attraktiv und eine Reise wert. Auch die äusserst freundliche und hilfsbereite Bevölkerung hat bei uns einen absolut positiven Eindruck hinterlassen.

Wir nutzen den herrlichen Tag und fahren mit unseren Fahrrädern ein weiteres Mal an den interessanten Mittwochsmarkt nach "Tarm".



Auch hier stellen wir, wie schon gestern in "Ringkøbing" fest, dass die Besucher durch die Schulferien zahlreicher geworden sind.

Für gemütliche volkstümliche Unterhaltung ist gesorgt.

Diesmal gibt es als Sondershow noch ein paar Oldtimer zu bewundern.


Foto des Tages: Malerischer Bootshafen in Skaven

Freitag, 22. Juni 2012

Aufenthalt in Dänemark III (mit Elchi)

Windsurfen am Ringkøbing Fjord, Skaven (Freitag, 22.6.2012)
Wetter: Regen bis schön / Temp.: 14 bis 18 Grad / Wind: 3 – 5 Bf. (S)
Windsurfen: Segel 6.0 m2 / Brett 105 L / Dauer 0 h

In der Nacht und am frühen Morgen regnet es wieder einmal. Wir hatten das kühle Nass nach den schönen drei Tagen beinahe vermisst ;-) Gegen Mittag hört der Regen auf und macht schönem Wetter Platz. Der Wind weht leider viel zu südlich, so dass unsere Bucht etwas abgedeckt ist und man erst 200 bis 300 Meter zu Fuss waten muss. Ausserdem ist der Wasserstand heute sehr niedrig, so dass wir uns am Nachmittag statt zu Surfen für einen Spaziergang entlang des Uferweges und einen Café mit Soft-Ice entscheiden.



Die Windräder der Windfarmen drehen sich bei fast jedem Wind, da der Winkel der Flügel automatisch an die Windstärke anpasst und so optimiert wird.



Wie sich herausstellt, weht der Wind heute nicht sehr konstant. Oftmals stehen die Surfer mit zu kleinen Segeln herum.



Andererseits sind die Surfer mit grossen Segel wiederum überpowert.






Windsurfen am Ringkøbing Fjord, Skaven (Samstag, 23.6.2012)
Wetter: bewölkt bis heiter / Temp.: 14 bis 16 Grad / Wind: 6 – 7 (8) Bf. (SW)
Windsurfen: Segel 4.2 m2 / Brett 85 L / Dauer 2 h

Der heutige Tag ist praktisch eine Zeitauflage des Sonntags vom 17.6.2012. Der Wind bläst aus Süd bis Südwest am Vormittag mit 5 bis 6 Bf. und ab Mittag mit 6 bis 7 Bf., in Böen durchaus mal bis 8 Bf., über den "Ringkøbing Fjord". Kleine Segel und Bretter sind angesagt. Ich entschliesse mit für das 85 Liter Naish-Board und das 4.2 m2 Segel.







Bei so viel Wind baut sich weit draussen, wo der Fjord etwas tiefer ist, eine langgezogene, etwa ein Meter hohe Welle auf, beinahe wie am Meer. Hier gelingen Halsen mit dem Wellenschub und dem Flachwasser zwischen den Wellenkämmen auf Anhieb. Michael hat leider Pech. Schon nach wenigen Schlägen bricht sein Mast entzwei, so dass er vorzeitig aufgeben muss.

Der kräftige und etwas ruppige Starkwind kostet viel Kraft, so dass auch ich nach zwei Stunden Windsurfen die Segel streiche.

Heute Abend wird das "Mittsommerfest" gefeiert, wie es in den skandinavischen Ländern üblich ist. Die Dänen und Norweger feiern am Vorabend des Johannistages am 23. Juni mit einem großen Feuer das "Sankt-Hans-Fest". Beim dänischen "Sankt Hans" wird im Feuer auch eine Strohhexe verbrannt. Das Feuer soll symbolisch die bösen Kräfte fernhalten. Die Vorbereitungen dazu laufen schon seit Tagen auf Hochtouren.

Bereits am frühen Abend versammeln sich trotz des relativ kräftigen und kühlen Windes zahlreiche Einheimische und Gäste auf der Strandwiese neben dem Bootshafen.



Um neun Uhr ist es soweit. Das Feuer wird angezündet und brennt wie eine Fackel im Wind. Die Strohhexe überlebt nicht lange und verbrennt mit einem Knall.



Ein besonderes Erlebnis, und für viele vielleicht der Höhepunkt des Ereignisses, ist das Würstebraten am gemeinsamen Feuer inmitten des Festplatzes.



Wir haben uns bereits zur Ruhe gelegt, als um elf Uhr ein viertelstündiges Feuerwerk abgebrannt wird. So verfolgen wir diesen Augenschmaus eben vom Alkovenfenster unseres "Elchi" aus.










Foto des Tages: Während wir uns in dicke Windjacken hüllen, laufen die Dänen bei 15 Grad und 6 Bf. Wind noch im Sommer-Look umher. Das Temperaturempfinden ist eben relativ ;-)


Windsurfen am Ringkøbing Fjord, Skaven (Sonntag, 24.6.2012)
Wetter: Regen bis sonnig / Temp.: 13 bis 14 Grad / Wind: 4 – 5 Bf. (S)
Windsurfen: Segel 6.0 m2 / Brett 105 L / Dauer 0 h

Schon in der Nacht hat Regen eingesetzt. Es regnet heute nur ein einziges Mal und das den ganzen Tag hindurch. Es ist wirklich deprimierend. Allmählich können wir besser nachfühlen, warum die Nordländer in der Winterzeit oftmals mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, obschon sie, im Gegensatz zu uns, an dieses Klima ja gewöhnt sind :-(

Trotz des starken Windes am Vormittag kommt niemand auf den Gedanken ein Surfbrett zu wassern. Nicht einmal für einen Spaziergang sind wir zu motivieren, denn das Thermometer erreicht heute gerade mal die 14 Gradmarke. Die hundert Meter bis zum Strandrestaurant "Skavenhus" schaffen wir gerade noch, um dort unsere gedrückte Stimmung mit Café/Kuchen etwas anzuheben :-)

Seit Wochen hält das Schmuddelwetter im Norden an. Die Lage des "Jetstream" über Europa ist denn auch seit langem unverändert. Dieser bildet typischerweise die Grenze zwischen den Hochdruckgebieten über dem Süden und den Tiefdruckgebieten über dem Norden Europas.

Immerhin scheint sich die Wetterlage nächste Woche etwas zu bessern. Ab morgen Mittag ist nämlich schöneres Wetter vorhergesagt. Wir würden den Meteorologen noch so gerne Glauben schenken. Im Moment sind wir aber noch skeptisch.

Am späteren Nachmittag zeigt sich sodann doch noch die Sonne, sorgt bei uns für eine beinahe euphorische Stimmung und schürt die Hoffnung, dass diese positive Wetterentwicklung sich ab morgen fortsetzt. Frohgelaunt entschliessen wir uns, das nahe Strandrestaurant ein zweites Mal anzusteuern und uns dort einen Fisch aus dem "Ringkøbing Fjord" zu genehmigen :-)

Fotos des Tages: Fremdartige Vegetation Dänemarks








Windsurfen am Ringkøbing Fjord, Skaven (Montag, 25.6.2012)
Wetter: regnerisch, bewölkt bis heiter / Temp.: 11 bis 15 Grad / Wind: 5 – 6 Bf. (NW)
Windsurfen: Segel 5.0 m2 / Brett 85 L / Dauer 3 h

Nach ein paar Regentropfen am Vormittag wird es immer sonniger. Der starke Nordwestwind, der zunächst über die kalte Nordsee fegt, verhindert, dass die Luft sich wesentlich erwärmt. Die Höchsttemperatur beträgt heute lediglich 15 Grad, nach unserem Wärmeempfinden nicht gerade sommerlich ;-)

Das Wasser im Fjord hat sich am gestrigen Regentag merklich abgekühlt. Dank unseren warmen Neoprenanzügen mit Unterziehleibchen können wir den konstanten Wind dennoch nutzen. Nach ersten Versuchen mit dem 4.2 m2 Segel, wechsle ich auf das 5.0 m2 und bin damit optimal unterwegs. Wir teilen unsere Kräfte ein und streichen nach drei Stunden die Segel, denn morgen soll noch stärkerer Wind mit 6 bis 7 Bf. wehen.

Windsurfen am Ringkøbing Fjord, Skaven (Dienstag, 26.6.2012)
Wetter: bedeckt bis heiter / Temp.: 12 bis 16 Grad / Wind: 6 – 7 (8) Bf. (NW)
Windsurfen: Segel 3.7, 4.2 m2 / Brett 85 L / Dauer 0 h

Allmählich geht uns dieses andauernde, lausige Wetter wirklich auf den Geist. Die ganze Nacht hindurch peitschen böige Winde übers Land und rütteln mit aller Gewalt an unserem "Elchi", und auch heute dauert das stürmische, trübe Wetter an. Hinzu kommen die für den Juni viel zu niedrigen Temperaturen. So macht das Campieren wirklich keinen Spass. Selbst unsere Freunde, die an nördliches Wetter gewöhnt sind, haben mittlerweile die Nase gestrichen voll. Wir leiden alle am heimtückischen Wetterkoller :-( Das Lächeln auf dem Foto ist nur Maske :-)

Nichtsdestotrotz gibt es heute tollen, surfwürdigen Wind, wenn der errechnete "Windgill" mit 5 Grad Celsius nur nicht so kalt wäre.

Wir lassen das Surfen für heute bleiben und schauen für kurze Zeit dem Treiben der hartgesottenen Windsurfer des Nordens zu, um anschliessend wieder ins wohlig warme Wohnmobil zu flüchten.









Bedauerlicherweise erst gegen Abend zeigt sich zunehmend die Sonne. Die Prognosen der Wetterfrösche liegen einmal mehr ziemlich daneben, die schon ab Mittag sonniges Wetter vorhergesagt hatten.

Besuch des Wikinger Hafens in Bork (Mittwoch, 27.6.2012)
Wetter: bewölkt bis schön / Temp.: 11 bis 18 Grad / Wind: 3 – 4 Bf. (NW)
Windsurfen: Segel 7.2 m2 / Brett 123 L / Dauer 0 h

Obwohl heute ein surfbarer Wind mit 3 bis 4 Bf. weht, entschliessen wir uns zu einem Ausflug zum Wikinger Hafen in der nahen Ortschaft "Bork". Dieses Museumsdorf zeigt, wie die Wikinger vor 1000 Jahren in "Westjütland" lebten.



Durch einen Tourist-Shop gelangt man ins Innere des Wikingerdorfes, selbstverständlich nur nach Kauf eines Tickets für DKK 50.00 pro Person.



Im zentralen Bootshafen liegen einige der interessanten Wikinger-Schiffe vor Anker.





Dass die Wikinger mit solch' kleinen Segelschiffen den weiten Atlantik überquerten, war eine beinahe unglaubliche und grossartige Leistung.



Die Behausungen zu dieser Zeit waren sehr einfach, aber zweckmässig. Das Grubenhaus wurde in eine Grube gebaut und ist gewissermassen ein total von Erde umgebenenes Gebäude, ein Erdhaus eben.

Die Holzhäuser besassen eine tragende Holzskelettkonstruktion, die anschliessend mit Holz verkleidet wurden und, wenn schon, nur wenige kleine Fensteröffnungen enthielten.


Die Überdachungen wurden als Strohdächer erstellt, wie sie in ländlichen Gebieten auch heute noch zu sehen sind.

Auch im Innern der Häuser wird für die Betten und Einrichtungen mehrheitlich Holz verwendet. Lediglich die zentralen Öfen bestanden aus Ton und hatten keinen direkten Rauchabzug. Was dies für die darin lebenden Menschen bedeutet, kann man sich lebhaft vorstellen.







Die Wikinger waren anscheinend sehr geschickte, kreative Handwerker, wie diese Türkonstruktionen zeigen.



Auf dem Gelände befinden sich auch noch ein Fischteich und ein gestauter Bach, dessen Wasserablauf eine Mühle antreibt. Die Wassermühle befindet sich zurzeit noch im Bau.



Der Opferhain zeigt eine wichtige Seite des Lebens in der Wikingerzeit, wie er in den isländischen Sagen beschrieben ist. Der Platz besteht aus einem Opferstein, der von Götterfiguren umkränzt ist.

Das Opfertier wurde auf den Stein gelegt und die Halsschlagader durchgeschnitten. Danach wurde das Opfer an einer heiligen Stätte aufgehängt.

Nach der interessanten Besichtigung verschieben wir uns für den Lunch zum idyllischen "Bork Havn".



Auf diese zu einem "Indianierzeltgerüst" zusammengestellten Stangen treffen wir hier auf Schritt und Tritt. Wie uns ein Däne erklärt, werden diese Stangen zur Markierung von Reusen verwendet und bei Nichtgebrauch so gelagert.

Am Nachmittag fahren wir nach "Skjern" zum Einkaufen. Der Weg führt uns durch das traumhaft schöne Naturschutzgebiet des "Skjern-Flusses".








Foto des Tages: Schwanfamilie im "Skjern Delta"


Radtour nach Ringkøbing (Donnerstag, 28.6.2012)
Wetter: bewölkt bis schön / Temp.: 9 bis 20 Grad / Wind: 1 – 2 Bf. (SW)

Zusammen mit unseren Freunden wollen wir uns nochmals die attraktive Stadt "Ringkøbing" ansehen. Diesmal nehmen wir dazu unsere Fahrräder. Zunächst überwinden wir mit Hilfe der beiden Seilfähren im Selbstbetrieb das "Skjern Flussdelta".







Anschliessend fahren wir über kaum befahrene Feldstrassen bis zur Überlandstrasse, die zum nächsten Dorf "Stauning" führt.

Leider ist der nun folgende abgetrennte Radweg nicht durchgängig. Ab und zu werden wir auf der Strasse zum Verkehrhindernis. Kurz vor "Stauning" biegen wir zum nahen "Ringkøbing Fjord" ab, um uns den kleinen, aber idyllischen Hafen dieser Ortschaft anzusehen.





Die Kirche von "Stauning" ist ebenfalls sehenswert. Sie wurde ursprünglich im Jahre 1150 im romanischen Stil erbaut. Im Laufe der Zeit wurden einige Teile hinzugefügt. Am jüngsten ist der Turm in gotischem Stil aus dem Jahre 1450. Der Friedhof ist von der ursprünglichen mittelalterlichen Steinmauer umgeben.



Die Kirche ist ungewöhnlich gross und sehr hübsch ausgestattet. Besondere Schmuckstücke sind der Steinaltar, die Kanzel und ein Gemälde mit dem jüngsten Gericht.





Von "Stauning" aus führt der Radweg parallel zur Landstrasse bis nach "Ringkøbing". Von Ferne können wir rechterhand einen kleinen Flughafen erkennen.

Vor der Ortstafel zweigt der Radweg bei einem kleinen Parkplatz zum Ufer des Fjords ab. Leider fehlt jeglicher Hinweis, so dass man die Abfahrt leicht übersieht.



Entlang des Ufers geht's sodann weiter auf dem radfreundlichem, mit feinem Sand belegten Naturweg bis zum Hafen.

Die nette Innenstadt mit vielen hübschen Gebäuden kennen wir ja bereits von unserem letzten Ausflug.



Dennoch gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken, wie beispielsweise dieses Fahrrad mit Pullover ;-)



Die Rückfahrt auf dem gleichen Weg verläuft relativ unspektakulär. Die Schwanfamilie geniesst das ruhige Wasser des "Ringkøbing Fjords", dass zurzeit von keinem Lüftchen getrübt wird :-)





Inzwischen überzieht sich der Himmel wieder mit Wolken (hatten wir auch schon ;-), so dass die Landschaft eher kontrast- und farblos wirkt.



Das Wetter bleibt bei uns nach wie vor das Hauptgesprächsthema. Eine durchgreifende Besserung ist weit und breit nicht in Sicht. Die bittere Wahrheit ist, dass einmal mehr der ganze Atlantik von Portugal bis nach Norwegen von einem ausgedehnten Wolkenmeer überdeckt wird, angetrieben von einem starken Tiefdruckgebiet westlich von England, welches weitere Regenfronten nach Mittel- und Nordeuropa treibt.

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