Wetter: bedeckt bis schön / Temp.: 7 bis 19 Grad /Wind: 1 bis 4 Bf. (SO - S)
Die Italiener sind schon gestern Abend abgereist. Offenbar hatten sie am Osterdienstag noch frei. Einige Bayern haben sich wegen des relativ kühlen und unbeständigen Wetters vorzeitig auf den Heimweg gemacht. Rund um uns herrscht inzwischen gähnende Leere. Nur noch Udo und Edeltraud, ein paar Bayern und einige andere Gäste befinden sich noch auf dem Campingplatz.



Wir setzen unsere Aufbauarbeiten fort. "Elchi" erhält endlich eine kleine Wäsche. Er wartet schon seit Spanien darauf ;-)

Am Nachmittag gibt's sogar noch etwas Surfwind aus Südosten mit 3 bis 4 Beaufort; er weht allerdings nicht sehr beständig. Ausserdem müssen wir unser Surf-Equipment erst noch aufbauen. Aber zuschauen können wir schon ;-)


Die Aufräumarbeiten des Sandstrandes nach den Winterstürmen steht noch aus. Nebst Schwemmholz findet man vor allem den typischen Müll der europäischen Wegwerfgesellschaft. Wir erinnern uns mit ein bisschen Wehmut an die sauberen Strände Australiens und Neuseelands, wo man ohne Putzequipen auskommt :-)

Der Sandstrand ist dieses Jahr merklich schmaler, als noch vor einem Jahr. Auch die Buchten zwischen unserer Bucht "Santa Maria di Merino" bis nach "Vieste" sind davon betroffen. Möglicherweise wurde der Sand von den heftigen Winterstürmen verfrachtet. Dieses Phänomen hatten wir vor einigen Jahren schon einmal erlebt. Damals war der Strand derart schmal, dass man beispielsweise beim Campingplatz "Spiaggia Lunga" bei Flut nicht mal mehr trockenen Fusses dem Strand entlang gehen konnte.
Noch ein paar Worte zum Internet auf dem Campingplatz:
Nach wie vor steht auf dem "Centro Vacanze Oriente" kein WLAN zur Verfügung. So müssen wir uns wieder bei den Mobilnetzbetreibern umsehen. Die drei Anbieter "TIM", "WIND" und "Vodafone" verfügen in diesem Bereich über leistungsfähige 3G-Mobilnetzwerke. Obwohl "Vodafone" im Gegensatz zu "TIM" bei der "Skype-Telephonie" über Einschränkungen verfügt (nur mit dem teuersten Angebot ist "Skype" zugelassen), haben wir uns dennoch wieder für "Vodafone" entschieden. Die lausige und unverschämte Bedienung im "TIM-Shop" vom letzten Jahr sitzt uns noch zu tief in den Knochen. Uns werden sie in diesem Laden der "Telefonica Italia" definitiv nicht mehr sehen (siehe unser Reisetagebuch-Bericht von 2011).
Ganz im Gegensatz dazu wurden wir auch gestern im "Vodafone-Shop", wie die Jahre davor, wieder äusserst freundlich und zuvorkommend bedient. Wir haben unsere Prepaid-SIM-Card von "Vodafone" aktivieren und mit dem Prepaid-Angebot "Internet Sempre Super" aufladen lassen. Alles hat auf Anhieb geklappt, so dass wir unsere Reisetagebuchberichte ab sofort wieder termingerecht nachführen können.
Camping am Gargano (I) (Donnerstag, 12.4.2012)
Wetter: sehr schön / Temp.: 8 bis 20 Grad / Wind: 1 bis 2 Bf. (SO)
Ein wolkenloser, dunkelblauer Himmel wölbt sich über dem Gargano. Mit nur 8 Grad starten wir in den neuen Tag. Doch die April-Sonne heizt mächtig auf. Zudem ist es windstill, so dass wir auf der morgendlichen Joggingrunde am Strand bereits ins Schwitzen kommen. Zum ersten Mal frühstücken wir im Freien.

Der Morgen gehört dem Aufbau unserer Campingküche und den Segeln. Am Nachmittag unternehmen wir mit dem Roller eine Spritztour zum Trabucco vor "Peschici". Im T-Shirt geniessen wir unseren Cappuccino auf der Fischerplattform.

Es ist ein wunderschöner Tag und die Temperaturen erreichen heute angenehme 20 Grad am Schatten. An geschützten Stellen, wie hier auf dem Trabucco, sind es bestimmt noch mehr. Unsere Herzen blühen auf :-)

Gelb herrscht momentan auf den saftgrünen Wiesen vor. Die gelben, dornigen Sträucher am Strassenrand sind jedoch nicht Ginstersträucher, sondern irgendeine andere, uns unbekannte Pflanzenart.




Die Bucht von "Santa Maria di Merino" ist zurzeit noch gähnend leer. Am späten Nachmittag soll gemäss "Windguru" und "Windfinder" wieder Surfwind wehen.

Ab morgen gibt es voraussichtlich Starkwind mit 5 bis 7 Bf. aus Südosten und dazu leider etwas Regen. Mal sehen, ob's eintrifft.
Windsurfen am Gargano (I) (Freitag, 13.4.2012)
Wetter: bedeckt, regnerisch / Temp.: 14 bis 16 Grad / Wind: 5 bis 6 Bf. (SO)
Nach den wunderschönen ersten drei Tagen im Gargano tritt nun leider eine Wetterverschlechterung ein. Die Temperatur von 14 Grad, die wir am frühen Morgen messen, wird sich heute nicht wesentlich verändern. Ein umfangreiches Tiefdruckgebiet von Spanien herkommend überquert heute und in den nächsten Tagen Italien und beschert uns regnerisches und relativ kühles Wetter.

Quellenangabe: www.wetteronline.de
Ob wir den prognostizierten starken Wind ausnützen werden, steht noch in den Sternen, denn wir sind nach der langen Winterpause noch nicht auf Starkwindsurfen eingestellt. Zudem ist die Wassertemperatur mit ca. 17 Grad noch relativ kalt, und der Wind weht nicht sehr konstant.

Der Campingplatz präsentiert sich heute Morgen gähnend leer. Die Bayern sind bis auf die Pensionäre alle abgereist ;-)

Zunächst fahren wir nach "Vieste" um unsere Vorräte wegen der zu erwartenden Regentage aufzustocken. Ausser dem Restaurant des Campingplatzes "Umbramare" haben in unserer Bucht noch alle Lokale geschlossen, die beiden Supermärkte ebenso. Bis zum Mittag bleibt es immerhin noch trocken.
Am Mittag setzt leichter Regen ein. Einem gemütlichen Nachmittag in unserem "Elchi" steht nichts im Wege. Der Dauerregen hält leider an und wird nur durch kleine Pausen unterbrochen. Eine davon nutzen wir, um am Abend das "Ristorante Umbramare" zu erreichen. Die Pizza schmeckt bei diesem Schmuddelwetter besonders gut ;-)
Foto des Tages: Regenwolken über dem Gargano

Camping am Gargano (I) (Samstag, 14.4.2012)
Wetter: schön bis bedeckt, Regen / Temp.: 14 bis 18 Grad / Wind: 2 bis 3 Bf. (SO - N)
Hoch und Tief, kalt und warm, Spannung und Entspannung, das sind die Wechselwirkungen der Natur, ohne die das Leben langweilig, eintönig und kontrastlos wäre. Nach unserer ausgedehnten Reisetätigkeit in Neuseeland und Australien schätzen wir die Ruhe und Regelmässigkeit des Campinglebens umsomehr.
Es gibt zahllose Beispiele für diese unanfechtbare Gesetzmässigkeit. Denken wir nur an die Hoch und Tiefdruckgebiete, welche die Wetterküche bestimmen. Wer nie krank gewesen ist, schätzt die Gesundheit weit weniger wertvoll ein. Freude und Trauer gehören genauso dazu, wie Vitalität und Müssiggang. Wer nicht mehr im Arbeitsleben steht, wie wir, dem fehlt gewissermassen das Wechselspiel mit dem stressbehafteten Arbeitsumfeld und entspannenden Urlaub. Im Übrigen wären diese Gegensätzlichkeiten ohne das jeweilige Gegenstück gar nicht existent. Am Ende jeglicher Spannung steht die Gleichförmigkeit, Monotonie und Eintönigkeit des Lebens mit letztendlicher Langeweile und Leere.
Nach dem gestern verregneten Nachmittag schätzen wir die über dem Meer aufgehende Sonne heute Morgen umsomehr. Die wohlige Zufriedenheit und das gute Lebensgefühl, welches uns überkommt, wenn wir entlang des Sandstrandes im Gegenlicht der aufgehenden Sonne glitzernden Brandung und der stimmungsvollen Musik des iPods in den Ohren dahinjoggen, sind kaum zu überbieten. Überhaupt ist das Campingleben, welches doch vorwiegend im Freien stattfindet, bestens dazu geeignet mit den Schönheiten der Natur eine neue Lebensqualität zu erreichen und der Antwort auf die weitreichende Frage um den Sinn des Lebens ein Stück näher zu kommen. Wie heisst es so schön: Der Sinn des Lebens ist ein sinnvolles Leben ;-)
Nach diesen philosophischen Betrachtungen wollen wir uns wieder der Normalität des Alltags widmen ;-) Die mehrtägigen Feierlichkeiten um die "Santa Maria di Merino" finden eigentlich erst anfangs Mai statt. Doch die Italiener feiern eine ganze Menge solcher Marienfeste. Heute Morgen pilgert eine kleine Prozession dem Ufer entlang bis zur Kirche, die sich an der Küstenstrasse am oberen Ende der Bucht befindet.


Um welchen konkreten Anlass es sich dabei handelt, konnten wir bisher nicht in Erfahrung bringen. Vielleicht hängt diese Prozession mit dem "Festa di San Giorgio" zusammen, welches jeweils am 23. April gefeiert wird.
Nach dem unverhofften sonnigen Morgen nimmt die Bewölkung am Nachmittag allmählich zu; aber erst am Abend setzt leichter Regen ein.
Fotos des Tages: Die hohe Flut überspült teilweise sogar die Molen


Durch Winterstürme arg gebeutelte Bucht von "Santa Maria di Merino"


Camping am Gargano (I) (Sonntag, 15.4.2012)
Wetter: schön, bewölkt, Regenschauer / Temp.: 14 bis 18 Grad / Wind: 1 Bf. (W - SO)
Schon während der Nacht hat der Regen aufgehört und am Morgen empfängt uns strahlend blauer Himmel. So ist der Gargano :-) Seit wir hier sind, war das Wetter eigentlich immer schöner, als von den Meteorologen vorhergesagt.
Nach dem gepflegten Frühstück im Freien, versteht sich, machen wir unseren ersten Besuch in "Vieste". Bisher waren wir nur zum Einkaufen dort. Wir fühlen uns gleich wie zuhause. Die Strassen, Gassen und Plätze sind voll von gemütlich herumsitzenden, plaudernden oder flanierenden Menschen.

In der Stadt herrscht eine absolut anheimelnde, lauschige Atmosphäre. Viele der Bistros und Cafés haben schon geöffnet, und auch wir geniessen im Café "why not" unseren Cappuccino mit Brioche und schauen dem fröhlichen Treiben in der Strasse zu.
Auch das "Ristorante Borgo Antico" am oberen Tor zur Altstadt hat schon geöffnet.

Wir erklimmen, sozusagen als Fitnesstrip, über die steilen Treppen, die von der Stadtmitte zum alten Castello führen, den höchsten Punkt von "Vieste". Leider ist die Festung vom Militär belegt und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Wir geniessen die wunderschöne Aussicht auf die Südbucht und den markanten Kalkfelsen, "Pizzo Muno".

Es ist hier im Süden schon richtiggehend frühlingshaft. Überall blühen bereits die Blumen.

Bei der Rückfahrt zum Campingplatz fällt uns auf, dass auch der Sandstrand von "Vieste" dieses Jahr äusserst schmal ist. In andern Jahren wurde aus dieser sandreichen Bucht sogar Sand mit LKWs in die Bucht von "Santa Maria di Merino" verfrachtet. Nun benötigten sie diesen Sand dringend selber.

Ob diese schmalen Sandstrände etwas mit dem weltweit ansteigenden Meeresspiegel zu tun haben?

Am Nachmittag riggen wir noch die restlichen Segel auf, so dass wir nun über einen durchgehenden Bereich von 7,2 bis 4,7 m2 verfügen.

Am späteren Nachmittag ziehen Wolken auf und es fängt tatsächlich an leicht zu regnen. Bei den vielen Tiefdruckgebieten rund um Italien, die auf der Isobarenkarte mit nur kleinen Druckunterschieden dargestellt sind, verwundert dies eigentlich nicht. Das heutige Wetterspektrum widerspiegelt das typische Aprilwetter.
Foto des Tages: Frühlingshafter Gargano

Camping am Gargano (I) (Montag, 16.4.2012)
Wetter: bewölkt bis regnerisch / Temp.: 12 bis 16 Grad / Wind: 1 bis 2 Bf. (W - N)
Wir nutzen den noch trockenen Morgen um unsere Einkäufe zu tätigen. Ab Mittag soll wieder Regen einsetzen. Das nächste Tiefdruckgebiet überquert Italien. Die Temperaturen bleiben verhalten, da es sich um eine "Okklusion" handelt.
Was ist denn eine "Okklusion", werden sich einige fragen? Eine Kaltfront bewegt sich normalerweise schneller, als die vorherige Warmfront und holt diese schliesslich ein. Damit geht dem Tief auch sein Warmanteil verloren, weil sich die kalte Luft allmählich unter die warme schiebt, welche das Temperaturverhalten in Bodennähe letztendlich bestimmt. Wenn sich die beiden Fronten verbinden, vermischen sich auch beide Luftmassen. Im Bereich der "Okklusion" kann es infolgedessen ergiebige Regenfällen geben, da diese sich oft nur sehr langsam fortbewegt. Wir hoffen, dass die Wetterprognosen, die ab Mittwoch wieder schönes Wetter vorhersagen, diesmal stimmen ;-)

Quellenangabe: www.wetteronline.de
Am grossen Montagsmarkt und kleinen Gemüsemarkt in "Vieste" fahren wir heute vorbei. Der grosse Montagsmarkt findet übrigens alle zwei Wochen statt. Wir halten uns an die drei Supermärkte in "Vieste", die das ganze Jahr offen haben. Zwei liegen an der zentralen "Viale 24 Maggio", auch Bankengasse genannt, weil sich dort alle Bankenfilialen der Stadt niedergelassen haben. Wir kaufen heute beim "RD-Supermercato" ein, welcher an der "Via Generale Carlo Alberto dalla Chiesa" etwas abseits des Stadtzentrums liegt. Gleich zwei Bäckereien, eine Metzgerei, ein Fisch- und unser favorisierter Gemüseladen liegen an der "Via Giovanni XXIII", wo am unteren Ende der gleichen Strasse der kleine Gemüsemarkt anschliesst. Wenn man sein Fahrzeug zentral parkt (beispielsweise auf dem grossen Parkplatz an der "Via Giovanni XXIII"), kann man alle Märkte und Läden leicht zu Fuss innert Minuten erreichen.
Am Mittag beginnt es sodann zu regnen. Wir richten uns auf einen gemütlichen Nachmittag in unserem Wohnmobil ein. Nach zwei Stunden hellt es jedoch bereits wieder auf. Gerade als die Sonne durch die Wolkendecke drückt, treffen Mary und Walter auf dem Campingplatz ein. Unsere Windsurfgruppe ist zwar noch längst nicht komplett, ist aber inzwischen immerhin auf 5 Pärchen angewachsen. Die Meisten kommen, wie wir, schon seit Jahren hierher. Wir bilden eine richtige Windsurfergrossfamilie, auch wenn nicht alle Ehepartner windsurfen.
Unter dem Motto: "Man gönnt sich ja sonst nichts", spazieren wir am Abend zum Restaurant "Umbramare" und genehmigen uns eine feine Pizza; dies wenigstens ist unsere Absicht :-) Doch aus der Pizza wird leider nichts. Als wir das Restaurant betreten und in Richtung Holzofen schielen, brennt dort kein wärmendes Holzfeuer, sondern eine vorgeschobene Eisentüre verheisst nichts Gutes. Auf unsere besorgte Nachfrage erklärt uns der Kellner, dass es zurzeit mangels Kundschaft nur an den Wochenenden Holzofenpizzas gibt. Unsere Gesichter mögen in diesem Augenblick nicht besonders glücklich ausgesehen haben. Zum Glück gibt es noch Alternativen, beispielsweise die vorzüglich schmeckenden "Troccoli alla campagnola".

Wir bleiben die ganze Zeit die einzigen Gäste, was die Sache mit der verschlossenen Holzofentür nunmehr etwas verständlicher macht.
Camping am Gargano (I) (Dienstag, 17.4.2012)
Wetter: bedeckt, regnerisch / Temp.: 13 bis 14 Grad / Wind: 3 bis 5 Bf. (NW)
In der Nacht lassen uns kräftige Regenschauer immer wieder aufwachen. Im Laufe des Vormittags hört der Regen zwar auf, aber es bleibt unfreundlich kalt und windig. Ab morgen sagen die Meteorologen eine durchgreifende Wetterbesserung voraus, so dass wir den heutigen Tag gerne noch in Kauf nehmen (es bleibt uns ja nichts anderes übrig ;-)
Foto des Tages: Stürmischer Gargano
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Kommentar(e) zum Reisetagebuch-Eintrag von Anita und Heinz