WICHTIG! Die Beiträge werden chronologisch absteigend angezeigt, d.h. der neueste Beitrag steht immer zuoberst. Es werden immer nur die letzten 2 bis 3 Beiträge gleichzeitig angezeigt. Weitere, ältere Beiträge können auf vier Arten im Navigationsbereich (rechts) aufgerufen (Blog-Archiv + Kategorien) oder mit Stichworten im ganzen Reisetagebuch gesucht werden (Suchfeld links oben):

- pro Jahr (z. B. ganzes Jahr 2008) --> Achtung, sehr lange Download-Zeit!
- pro Monat (z. B. November) --> Achtung, evtl. lange Download-Zeit!
- pro Beitrag (z. B. In Sydney)
- pro Kategorie (z. B. Thailand) --> Link Ältere Posts anzeigen benützen!

Zusätzlich können am Ende aller angezeigten Beiträge immer die "Startseite", "Neueren Posts" und "Älteren Posts" dazu aufgerufen werden.

NEU! Bei Ortschaften (z.B. im Titel) sind Google-Maps hinterlegt, die direkt auf die entsprechende Landkarte führen (nach Gebrauch im IE wieder zurückblättern).

Mittwoch, 25. April 2012

Aufenthalt im Gargano, Italien III (mit Elchi)

Camping am Gargano (I) (Mittwoch, 25.4.2012)
Wetter: sehr schön / Temp.: 15 - 18 Grad / Wind: 1 - 2 Bf. (S – N- O)
Aktuelle Windstatistik Gargano 2012 (Download PDF-Dokument)

In der Nacht überquert uns eine schwache Regenfront und bringt eine Viertelstunde Regen. Doch der Morgen empfängt uns bereits wieder mit Sonnenschein und dieser soll uns in der nächsten Zeit erhalten bleiben. Alle Wetterseiten sagen für die nächsten 7 Tage übereinstimmend wunderschönes, wolkenloses Wetter voraus. Ein Hochdruckgebiet wird sich über Süditalien installieren.

Quellenangabe: www.wetteronline.de

Leider wird diese stabile Schönwetterlage keinen Surfwind mit sich bringen. Die Surfwindstatistik war bis jetzt schon miserabel und wird dadurch noch schlechter werden :-( So wie es aussieht, wird es wohl der windschwächste Urlaub am Gargano werden, den wir je erlebt haben.

Am frühen Morgen auf unserer Joggingrunde am Ufer entlang waren kaum Wellen zu sehen. Zwei Stunden später donnern riesige Wellensets an den Strand. Offenbar muss es weit draussen einen veritablen Sturm gegeben haben.





Heute feiern die Italiener ihren Unabhängigkeitstag. Viele Läden haben geschlossen und die übrigen nur bis Mittag offen. Wir fahren zum Café nach "Vieste" rein. Der nette Italiener um die Ecke hat heute seine Cafeteria erstmals geöffnet.

Zu unserem Erstaunen findet heute im Stadtpark eine Umweltbewusstseinsschulung statt, die bei Jung und Alt auf reges Interesse stösst.

Dabei wird erklärt, wie man den anfallenden Müll getrennt in die verschiedenfarbigen Abfalleimer entsorgen muss. Natürlich wird dies nach italienischer Manier mit Musik und lustigen Kostümen der Initianten inszeniert.



Als wir auf den Campingplatz zurückkommen, scheint der Platz von einer italienischen Invasion heimgesucht worden zu sein. Schon gestern Abend sind einzelne angereist. Offenbar nutzen die Einheimischen die Gelegenheit und schlagen vom heutigen Feiertag bis zum 1. Mai gleich eine Brücke und genehmigen sich so eine Woche Urlaub.



Wir sind jedenfalls bei weitem nicht mehr allein :-) Eine der Gründe mag auch in der Tatsache liegen, dass bis jetzt in dieser Bucht nur zwei Campingplätze ihre Tore geöffnet haben.

Unser Nachmittagsspaziergang führt uns entlang des Sandstrandes bis ans Ende der Bucht zum einzigen geöffneten "Ristorante" (der Name ist uns unbekannt, weil nicht angeschrieben). Wir müssen uns allerdings gedulden, bis wir unseren Cappuccino erhalten, denn eine Motorradfahrergruppe und ein paar weitere Gäste wollen zuerst ihr Mittagessen serviert bekommen. Da das Restaurant anscheinend ein Familienbetrieb ohne zusätzliches Personal ist, muss man sich hier generell auf lange Wartezeiten einstellen.

So haben wir ausgiebig Zeit, die herrliche Aussicht von der Terrasse auf die Bucht von "Santa Maria di Merino" zu geniessen.




Ausflug nach San Giovanni Rotondo (I) (Donnerstag, 26.4.2012)
Wetter: sehr schön / Temp.: 12 - 19 Grad / Wind: 1 - 4 Bf. (S - SO)

Als wir "San Giovanni Rotondo", einen der bedeutendsten Wallfahrtsorte auf dem Gargano, vor zwei Jahren besuchten, haben wir das berühmte Grab von "Padre Pio" total übersehen. Diesmal soll uns das nicht noch mal passieren.

"San Giovanni Rotondo" ist der drittmeist besuchte Wallfahrtsort der christlichen Welt. Bis zu sieben Millionen Pilger reisen jährlich dorthin. Nebst der "Krypta", die Kirche "Santa Maria delle Grazie", wollen wir vor allem "San Pio da Pietrelcina", die neue Wallfahrtskirche mit dem Grabmal des heiligen "Padre Pio" anschauen. Die Kirche, ein riesiger Zentralbau auf muschelförmigem Grundriss, wurde von 1991 bis 2004 errichtet. Die Entwürfe für das monumentale Bauwerk stammen vom italienischen Architekten Renzo Piano. Die Kirche ist nach dem Petersdom die zweitgrößte Kirche Europas. Das Grab von "Padre Pio" wurde erst im Jahre 2010 von der "Krypta" in die neue Kirche verschoben.

Zusammen mit Lothar starten wir unseren Tagesausflug um neun Uhr mit unseren Rollern in Richtung "Foresta Umbra". Die Fahrt verläuft problemlos und erstaunlicherweise beinahe ohne Verkehr. Die neue Kirche ist schnell gefunden. Sie liegt nämlich gleich unterhalb der alten. Warum wir sie beim letzten Mal verfehlen konnten, ist uns schleierhaft, denn das imposante Bauwerk mit dem riesigen Vorplatz ist eigentlich kaum zu übersehen ;-)

Wir parken unsere Roller und schauen uns das Gelände näher an.

Die Anlage ist grosszügig konzipiert. Die Kirche fasst 6'500 Gläubige und auf dem Vorplatz sollen sich weitere 30'000 Menschen versammeln können.



Wir tasten uns langsam an die eindrucksvolle "San Pio da Pietrelcina" heran, mit HDR-Fototechnik...

oder ohne HDR-Fototechnik ;-)

Anstelle eines Glockenturms flankiert eine modern konzipierte Glockengirlande den Platz, welche von einem daran anschliessenden, stattlichen Kreuz überragt wird.





Auf der Suche nach dem Eingang entdecken wir attraktive Säulenarkaden, welche die Kirche säumen.

Gespannt betreten wir durch einen Seiteneingang den Innenraum. Mächtige Bogenkonstruktionen überspannen die endlosen Bankreihen und vereinigen sich hinter dem zentralen Altar.







Durch einen spiralförmig nach unten führenden Gang, der mit unzähligen Mosaiken verziert ist, erreicht man die reich geschmückte Unterkirche, wo der Sarg von "Padre Pio" an zentraler Stelle aufgebahrt ist.







Die 1'000 Menschen fassende Kirche ist in der heutigen Zeit ein aussergewöhnliches Kunstwerk.



Auch hier sind die ganzen Wände reichlich mit wunderschönen Mosaiken verziert.



Die Kirche "Santa Maria delle Grazie" lassen wir auf unserer Besichtungstour diesmal aus.

Stattdessen geniessen wir in einer Cafeteria unseren Cappuccino mit Brioche :-)

Die Rückfahrt führt uns durch das Tal "Valle Carbonara" hinauf zu "Monte Sant'Angelo", welches wir bereits zur Genüge kennen.

Der Gargano präsentiert sich zurzeit noch in vorwiegend grünem Kleid. Der Blumenzauber vom Mai steht erst noch bevor.

Diesmal fahren wir ohne Besuch des markanten Dorfes direkt weiter und folgen bei "Mattinata" der Küstenstrasse. Bei unserem bevorzugten Restaurant mit attraktiver Aussichtsterrasse essen wir zu Mittag.



Der kurvenreichen Küstenstrasse entlang geht's weiter via "Vieste" zurück zum Campingplatz. Offenbar hat es heute doch noch ein wenig Thermikwind aus Südost gegeben. Von den vom Wasser Kommenden erfahren wir, dass der unbeständige Wind lediglich ca. zwei Stunden gedauert und nicht der Rede wert gewesen sei.




Windsurfen am Gargano (I) (Freitag, 27.4.2012)
Wetter: sehr schön / Temp.: 12 - 20 Grad / Wind: 3 - 5 Bf. (N)

Die von "Windguru" und "Windfinder" angesagten 1 bis 2 Beaufort Wind aus Norden werden schon am Morgen weit übertroffen. Um zehn Uhr bläst der Wind mit satten 4 bis 5 Bf. über die Bucht. Da lassen wir uns nicht zwei Mal bitten.



Doch kaum sind wir mit unseren 6.0 bzw. 5.0 m2 Segeln am Gleiten, lässt der Wind wieder nach. Wir tragen unser Surfequipment wieder auf die Parzelle zurück und fahren erst Mal zum Einkaufen nach "Vieste". Der Wind hat offenbar nur eine kurze Verschnaufpause eingelegt und weht, als wir auf dem Campingplatz zurück sind, mit relativ konstanten 3 bis 4 Bf. über die Bucht von "Santa Maria di Merino". Diesmal scheint der Wind etwas beständiger zu sein, und es sind auch schon etliche Surfer und Kiter auf dem Wasser.



Trotz des tollen Windes müssen wir nach drei Stunden die Segel streichen. Unsere Kondition ist zwar inzwischen etwas besser geworden, aber unsere gewohnte Form haben wir noch lange nicht erreicht. Dazu benötigen wir noch einige Starkwindtage.

Windsurfen am Gargano (I) (Samstag, 28.4.2012)
Wetter: sehr schön / Temp.: 16,5 - 21 Grad / Wind: 1 - 3 Bf. (N)

Der heutige wolkenlose Prachttag reiht sich nahtlos an die Schönwetterperiode der letzten zehn Tage an. So lässt sich's aushalten :-) Mit Windsurfen wird heute allerdings nichts. Der Wind pendelt zwischen 1 und 3 Bf. und bietet höchsten Kitern etwas Spass.

Die Surfer stehen mehr oder weniger windsuchend herum.

Lediglich die ultragrossen Bretter und Segel sind auf Gleitkurs.

Wir holen bei Antonio das bestellte "Neil Pryde" Segel ab. Leider gibt es das "Hellcat" dieses Jahr nur in Giftgrün und Blau. Wir haben uns wegen der Sichtbarkeit auf dem Meer für das Grüne entschieden.

In unserer Bucht "Santa Maria di Merino" beobachten wir eine weitere Prozession. Der Anlass ist uns unbekannt. Wir konnten selbst im Internet keinen entsprechenden Feiertag ausfindig machen.



Wir fahren nach "Vieste" rein und vertreten uns in der romantischen Altstadt ein wenig die Füsse.

Die Renovierungsarbeiten der steil abfallenden Südklippen stehen kurz vor der Vollendung. Der Klippenweg ist nun wieder durchgehend passierbar.



Unsere erste Radtour in diesem Jahr unternehmen wir der Küstenstrasse entlang zur "Texas Bar". Man sollte in unserem Alter ja nichts überstürzen ;-)


Fotos des Tages: Allmählich kommt Farbe in die Wiesen




Windsurfen am Gargano (I) (Sonntag, 29.4.2012)
Wetter: sehr schön / Temp.: 15 - 27 Grad / Wind: 3 - 6 Bf. (SO)

Schon am frühen Morgen (es dürfte etwa 5 Uhr gewesen sein) wird unser Wohnmobil von bissigem Rauch durchflutet. Die Unart der Italiener, alles zu verbrennen, seien es Pflanzenabfälle oder aber auch Müll verschiedenster Art, kann schon zu einer echten Belästigung werden, vor allem, wenn der Wind die Rauchschwaden nicht ins Meer hinausbläst (nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn), sondern sich infolge fehlenden Windes übers Land verteilt. Von Kompostierung haben sie hier anscheinend noch nichts gehört.

Als wir unser sonntägliches Frühstücken geniessen, werden wir durch ein knisterndes Geräusch und sichtbare Rauschschwaden im blauen Himmel auf das Feuer auf dem Nachbar-Campingplatz aufmerksam. Nicht mal der Sonntag ist den Italienern anscheinend heilig, entgegen der vielen Prozessionen, die eigentlich ein gegenteiliges Bild vermitteln sollen. Zum Glück weht ein schwacher Wind aus Südosten, der den Rauch von uns weg treibt.



"Windguru" und "Windfinder" liegen heute mit ihren Windprognosen von 1 bis 3 Bf. einmal mehr total falsch. Um halb zehn Uhr werden wir durchs Blätterrauschen aufmerksam und werfen einen Blick aufs Meer. Am Horizont bilden sich bereits die ersten Schaumkronen. Der aus Südosten wehende Wind beginnt wie aus dem Nichts mächtig aufzufrischen und wir messen am Ufer bereits 3 bis 5 Bf. Nichts wie raus aufs Wasser. Bald gleiten wir mit unseren gut bepowerten 7,2 bzw. 6,0 m2 Segeln und den grossen Brettern übers noch fast wellenlose Meer. So macht Windsurfen Spass :-)

Doch es sollte noch besser kommen. Gegen Mittag legt der Wind noch eine Windstärke zu und erreicht nun satte 5 bis 6 Bf. Wir wechseln auf unser 6,0 bzw. 5,0 m2 Segel und die kleineren Bretter. Beinahe 4 Stunden Surfspass hätten wir uns heute Morgen kaum vorstellen können. Wie man sich doch irren kann ;-)

Um Zwei Uhr bricht der Wind sodann urplötzlich zusammen. Beinahe hätten wir noch zurück schwimmen müssen. Unsere Windstatistik kann sich inzwischen aber durchaus sehen lassen. Sie nähert sich den Winddurchschnittswerten im Gargano. Wir hätten bis jetzt immerhin an 11 von 18 Tagen Windsurfen können, was beinahe einer 2/3 Windausbeute entspricht.

Der Nachmittag ist noch lang, und so fahren wir mit unseren Rollern zur "Texas Bar" zum Cappuccino.

Die Tageshöchsttemperatur erreicht heute einen neuen Rekordwert von 27 Grad am Schatten. Der Sommer ist nun endgültig auch in Süditalien angekommen, und für die nächsten 7 Tage ist weiterhin schönes, wolkenloses Wetter vorhergesagt :-)
Quellenangabe: Mit freundlicher Genehmigung der MeteoGroup Deutschland GmbH.
Weitere Wetterinformationen findest Du auf www.wetter24.de



Camping am Gargano (I) (Montag, 30.4.2012)
Wetter: bewölkt bis sehr schön / Temp.: 16 - 23 Grad / Wind: 1 - 2 Bf. (W – N - O)

Durch die äusserst flache Luftdruckverteilung weht der schwache Wind heute buchstäblich aus allen Richtungen. Mit Windsurfen wird heute nichts. Wir besuchen wieder mal den alle zwei Wochen stattfindenden grossen Montagsmarkt in "Vieste".



Nicht, dass wir etwas Spezielles bräuchten; es macht einfach Spass durch die Verkaufsstände zu bummeln und den Leuten zuzuschauen :-)



Am Nachmittag ist wieder mal eine Radtour fällig. Zusammen mit Lothar erweitern wir unsere Trainingsrunde um weitere 8 auf 21 Kilometer. Für uns ist letztendlich der Weg das Ziel und nicht die Zeit, die wir dazu brauchen. Nach dieser Trainingsstunde fühlen wir uns alle glücklich und zufrieden :-)

Fotos des Tages: Unsere drei Hausechsen Bruno, Mani und Fredi ;-)




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentar(e) zum Reisetagebuch-Eintrag von Anita und Heinz


Wichtig: Mittlerweile verfügen wir über sieben unabhängige Reisetagebücher. In der Navigationsleiste (rechts) unter der Rubrik "Impressum" kann jedes der Reisetagebücher direkt erreicht werden. Zusätzlich zum aktuellen sind gegenwärtig folgende Reisetagebücher verfügbar: