Wetter: bewölkt bis Nieselregen, windig / Temp.: 21 Grad
Happy New Year!
"A few mornig showers", so nennt man in den Tropen den leichten Nieselregen, der vor allem in den Bergen und Hügeln jeden Morgen hernieder nieselt. Sobald jedoch die Sonne ihre Kraft entfaltet, lösen sich die Wolken normalerweise in Wohlgefallen auf.


Wir sind heute Morgen verständlicherweise etwas später dran als sonst, aber für die 09:30 Uhr Fähre reicht es trotzdem ;-) Die "Hokianga-Ferry" bringt uns für NZ$ 32.00 auf die andere Seite des Fjords. Bei Ebbe zeigt der Fjord ein total anderes Bild.

Doch für unsere kleine Fähre sollte der Tiefgang reichen.


Unser "Garmin-Navi" liegt mit seiner Route etwas daneben :-) Der Steuermann weiss es besser, wie man bei Ebbe den Sandbanken ausweicht.

Zwanzig Minuten später legen wir auf der Gegenseite an.

Zunächst fahren wir noch dem einen Arm des Fjords entlang. Dann schlängelt sich die kurvenreiche Strasse durch den "Mangamuka Gorge" in die Berge hinein.




Dass es hier ein wenig nieselt ist nicht ungewöhnlich. Der tropische Urwald und insbesondere die Farnbäume benötigen diese feine Sprinklerdusche.



Über eine Passstrasse geht's hinunter ins "Victoria Valley" mit dem gleichnamigen "Victoria River". Die Sonne blinzelt ab und zu wieder durch, aber ein strahlender Schönwettertag wird es heute nicht werden. Dafür sind die Wetterprognosen nach wie vor zu dürftig.


Um die Mittagszeit sind wir bereits in "Kaitaia", dem Schlüsseldorf für die Entdeckungsreisen auf der "90 Mile Beach Peninsula". Im "Visitor Center" buchen wir für morgen gleich die "Cape Reinga 90 Mile Beach Tour" von "Sand Safaris". Sie holen uns um halb neun Uhr direkt auf dem wunderschönen Kiwi Campingplatz "Ahipara Holiday Park" ab.

Der Campingplatz erreicht bei weitem nicht den Standard der "Top 10 Holiday Parks", alleine schon wegen der minimalen Anzahl WCs, Duschen und Waschmöglichkeiten, die nicht der Grösse des Platzes entsprechen.

Unsere Parzelle liegt gleich vis-à-vis der Rezeption und der sanitären Anlagen. Da ist immer viel Betrieb. Aber es ist ja nur für zwei Nächte ;-)

Nicht gesucht und doch gefunden: Die "Paua Muscheln" als Dachverkleidung.

Der Strandspaziergang fällt nur kurz aus. Das Wetter und insbesondere der Wind lassen keine echte Freude aufkommen.

Die normale Digitalfotografie kommt mit den enorm kontrastreichen Verhältnissen in diesen subtropischen Breiten einfach nicht zurecht. Erst mit der HDR-Technik wird es möglich, die hohen Belichtungsunterschiede in ein einzelnes Fotos zu bringen. Darüber hinaus ist der Detailreichtum bei HDR-Fotos, wie man an diesem Beispiel gut erkennen kann, noch um einiges grösser.

Der Aufwand für diese bezaubernden Fotos ist allerdings ziemlich gross. Erstmal müssen bei der Aufnahme pro Motiv mindestens drei Fotos mit unterschiedlichen Belichtungen gemacht werden (eines normal, eines unterbelichtet (- 2 Blenden) und eines überbelichtet (+ 2 Blenden)). Dann erfolgt auf dem PC mit einem Spezialprogramm (z. B. Photomatix HDR Pro 4.1) die Verschmelzung der drei Fotos zu einem einzigen HDR-Foto. Dabei muss man oftmals mehrere Anläufe nehmen bis zu einen brauchbaren Ergebnis. Schliesslich muss das HDR-Foto in den meisten Fällen mit einem normalen Fotobearbeitungsprogramm (z. B. Photoshop Elements von Adobe) nachbearbeitet werden.
Für einige Reisetagebuch-Leser mag die HDR-Fotografie zu überdreht wirken und vielleicht haben wir diese Aufnahmetechnik in letzter Zeit auch zu häufig angewendet. Wenn wir jedoch die normalen Fotos gegenüberstellen, wirken diese oftmals geradezu flau, vor allem bei nicht sonnigem Wetter. Mittlerweile sind wir aber doch etwas zu HDR-lastig geworden. Wir geloben Besserung ;-)
Kaitaia – Cape Reinga (NZ) (Montag, 2.1.2012)
Wetter: Nieselregen bis schön, windig / Temp.: 24 Grad
Nach wie vor macht das Wetter, was es will und nicht, was wir wollen. Der heutige Tag beginnt jedenfalls wieder nieselig und windig. Schauen wir mal wie es weiter geht.
Wir sind beizeiten aufgestanden und haben noch etwas Zeit bis uns der Kleinbus der "Sand Safaris" abholt und schauen uns auf dem Campingplatz noch etwas um.

Viele scheinen heute abzureisen. Die Weihnachtsferien sind für die Arbeitenden offenbar zu Ende.

Um ca. 09:00 Uhr mit etwas Verspätung fährt unser Bus an der Rezeption unseres Campinglatzes vor. Wir ergattern uns den Fensterplatz gleich hinter dem Fahrer und haben so zum Fotografieren optimale Verhältnisse ;-)
Nachdem wir in "Kaitaia" alle übrigen Passagiere aufgeladen haben, besuchen wir als erstes eine "Maori Cultural Performance Show". Schon die Willkommens-Zeremonie mit den kampfbetonten Grimassen und Lauten ist eindrücklich.

Männer, wie Frauen nehmen da kein Blatt vor den Mund und lassen ihren Stimmen freien Lauf.




Die Begrüssungszeremonie geschieht bei den Maori gesangsbetont. Ein stattlicher Herr aus unserer Mitte wird zum Chef ernannt und begrüsst die Maori an unserer Stelle.



Die "Maori" sind wesentlich besser in die neuseeländische Gesellschaft integriert, als die "Aborigines" in Australien. So lernen alle Neuseeländer bereits in der Grundschule Kultur und Sprache der Maori kennen. Zwei Knaben aus unserer Gruppe mit weisser Abstammung geben ein gutes Beispiel, indem sie im Bus in der Maori-Sprache eine echte Begrüssung zelebrieren.
Einer der Gründe für die bessere Integration mag sein, dass die Maori (Polynesier) eine wesentlich höhere Kulturstufe erreicht hatten, als sie vor etwa 1000 Jahren Neuseeland besiedelten. Die "Aborigines" kamen vor etwa 40'000 Jahren nach Australien und blieben quasi Jäger und Sammler bis die Europäer das Land vor ca. 200 Jahren besiedelten.
Anschliessend geht unsere Fahrt mit dem voll ausgebuchten Bus weiter in Richtung Norden. Beim "Ancient Kauri Kingdom" machen wir den nächsten Halt. Dort werden ausgegrabenen "Kauri Trees" Möbel und andere kostbare Kunstwerke hergestellt.



Diese wertvolle Bank kostet beispielsweise stolze NZ$ 55'000.

Bald einmal nehmen wir die erste Einfahrt zum riesig breiten Sandstrand der "90 Mile Beach".

Die "90 Mile Beach" ist eigentlich "nur" 52 Miles lang. Das sind umgerechnet immer noch beachtliche 84 km, also mehr als die Strecke St. Gallen - Zürich.



Es ist ein einzigartiges Erlebnis mit 90 km über die makellose von der Ebbe geglätteten Sandfläche zu brausen, das tosende Meer auf der einen, die unendlichen Sanddünen mit dem unberührten Busch im Hintergrund, auf der anderen Seite.



Nur bei Bacheinläufen gilt es behutsam zu fahren. Das quer ablaufende Wasser gräbt sich schnell in den Sand ein und es entstehen gefährliche Gräben, die schon manchen unvorsichtigen Strandraser zum Verhängnis geworden sind.


Das Meer saust in Windeseile an uns vorüber.


Beim eindrücklichen "Hole in the rock", der einzigen vorgelagerten Insel, gönnen wir uns eine kurze Verschnaufpause.




Dann verlassen wir die Küste und fahren durch ein abenteuerliches Flussbett aufwärts. Hoffentlich bleibt unser Gefährt nicht stecken.


Unser versierter Fahrer ist maorischer Abstammung und weiss während der Fahrt eine Menge über die Maori-Kultur zu erzählen. Wir lernen im Laufe der Tour sogar "Happy Birthday" auf "Maori" zu singen und ein paar weitere Worte dazu. Inzwischen erblicken wir in der Ferne bereits unser Zwischenziel.

Die riesigen Sanddünen von "Te Paki" liegen praktisch am Ende der "Ninety Mile Beach". Sie sind bis zu 100 m hoch. Eine Schlittelabfahrt auf den Sandflanken gehört dazu.

Wir sind bei Leibe nicht allein. Es geht zu und her wie an einem winterlichen Sonntag am Schlittelhang.

Der steile Aufstieg ist doch ziemlich anstrengend.



Doch dann geht's mit Tempo den Hang hinunter. Jeder hat da so seine Technik.



Der aufstiebende Sand macht den meisten doch zu schaffen.



Unser Fahrer "John", auf Maori "Hone" genannt, erklärt Anita die Schlittentechnik ;-)

Wir verlassen die Küste über eine "Gravel Road" und fahren durch eine grüne Hügellandschaft weiter bis an die nördlichste Spitze Neuseelands.




Wettermässig geschieht heute ein Wunder. Bereits als wir etwa die Hälfte der "Ninety Mile Beach" zurückgelegt haben, beginnt der Himmel immer mehr aufzureissen. Und wir können es kaum glauben, als wir am "Cape Reinga" ankommen, empfängt uns dieser wundervolle Ort mit strahlendem Sonnenschein.


Was wäre diese traumhaft schöne Küste ohne das tiefblaue Meer und die leuchtenden Sandstrände?




Der nördlichsten Punkts Neuseelands mit dem Leuchtturm beim "Cape Reinga" gehört wohl zu den magischsten und grossartigsten Orten der Welt. Hier treffen sich die "Tasman Sea" mit dem "Pacific Ocean". Diese Sandbank vor der Küste mit einer aussergewöhnlichen Wellenbildung symbolisiert vielleicht diese Vereinigung der beiden Meere.

Nicht zuletzt wegen dieser Einzigartigkeit glauben die Maoris, dass ihre Seele nach dem Tod entlang der "Ninety Mile Beach" treibt und beim "Cape Reinga" die Erde verlässt um zu einem Stern im Universum zu werden. Aus diesem Grund gibt es im ganzen Küstenbereich nicht eine einzige Ortschaft. Bei dem uralten "Pohutukawa"-Baum an der äussersten Spitze dieser Halbinsel soll das Tor zur Ewigkeit liegen.


Bei dieser Schönheit der Landschaft sind wir bei unserem Spaziergang zum Leuchtturm verständlicherweise nicht alleine ;-) Hier trifft sich die Welt.




Wer zu spät kommt muss singen, wenn er die Terminvorgabe unseres Reiseleiters nicht einhält. Und es funktioniert tadellos, nachdem ein paar Säumige ihre Singkünste zum Besten gebracht haben.

Pünktlich sind wir wieder bei unserem Bus zurück (denn wir wollen nicht unbedingt zu den Singenden gehören), obwohl wir gerne noch eine Weile hier geblieben wären.

Unseren Lunch geniessen wir ein paar Kilometer weiter in der traumhaft schönen "Tapotupotu Bay", ein weiterer wunderbarer Ort, wo man stundenlang verweilen möchte.


Welches ist wohl das HDR-Bild?


In dieser Bucht dürften man sogar frei campieren. Ein paar einfache WCs sind vorhanden.


Worauf die vielen Leute wohl warten mögen?

Das "Ninety Mile Ice" soll laut "Driver" zu den besten Neuseelands gehören. Aber dafür so lange anzustehen ist nicht unser Ding'.


Wie gut, dass wir noch unsere Äpfel dabei haben ;-)

Weiter geht unsere Fahrt vorbei an "Inlets" mit Mangrovenbäumen.

Mit einem kurzen Besuch des idyllisch gelegenen Campingplatzes "Wagener Holiday Park" an der attraktiven "Houhora Beach" endet unsere wunderschöne und interessante Tour zum "Cape Reinga".




Wer noch Früchte direkt vom Bauer kaufen möchte, erhält unterwegs noch Gelegenheit bei einem kurzen Halt am Strassenstand.

Die Tagestour war perfekt organisiert und unser Driver zugleich ein hervorragender und unterhaltender Reiseleiter. Wir können diesen Ausflug mit "Sand Safaris" uneingeschränkt weiter empfehlen.
Ein wunderschöner und erlebnisreicher Tag geht zu Ende, nicht zuletzt wegen des unglaublichen Wetterglücks. Es war auf jeden Fall eine ausgesprochen gute Entscheidung, diese Tagestour zu buchen. An dieser Stelle herzlichen Dank an Herta und Rolf für diesen heissen Tipp :-)
Kaitaia – Mangonui – Kerikeri (NZ) (Dienstag, 3.1.2012)
Wetter: bewölkt bis sehr schön, windig / Temp.: 24 Grad
Die Wetterprognosen für heute sind eindeutig: Im Norden und Süden der Nordinsel schönes Wetter, in der Mitte schlechtes. Wir befinden uns zurzeit an der Wettergrenze, ca. 300 km von Auckland entfernt und kriegen von beidem etwas ab. Mal ist es bewölkt, mal ist es fast wolkenlos. Die Temperaturen um die 24 Grad sind jedenfalls angenehm.
Unser heutiges Ziel "Kerikeri" liegt nur knapp 100 km entfernt. Wir brauchen uns also nicht zu beeilen. Als wir die Küste an der "Doubtless Bay" wieder erreichen, stellen wir fest, dass im Moment noch Ebbe herrscht. Möglicherweise sind wir etwas zu früh aufgestanden ;-) Für ein paar hübsche Fotos reicht es doch.



Die Ebbe hat auch was Gutes, so wechseln flache sanfte Sandstrände mit bizarren Felsformationen ab.



Offenbar sind wir auch für den "Mangonui Fish Shop" noch etwas zu früh dran. Dieser macht erst um zehn Uhr auf.

Macht nichts, so schauen wir uns eben erst das Dörfchen an.

Der Kormoran breitet seine Flügel zum Trocknen aus.


"Stand up paddling" (SUP) als Morgengymnastik erhält jung.

Für kurze Zeit verlassen wir die Küste, und sofort wird die Vegetation wieder tropischer. Die Wegesränder sind wie immer gesäumt von gelben Blumen.

Die Landschaft verändert andauernd ihr Gesicht. Die Chlorophyll getränkte Vegetation trägt das ihrige zu den traumhaft schönen Bildern bei.


Alsbald kommen wir an unserem nächsten Etappenziel an. Nach den minimalen Infrastrukturen der letzten Campingplätze sind wir froh, wieder mal auf einem "Top 10 Platz" zu übernachten.



Der "Kerikeri Top 10 Holiday Park" ist, wie üblich, super ausgerüstet und liegt nur ein paar Gehminuten vom Dorfzentrum entfernt.


Noch etwas näher liegt der Supermarkt "Countdown", wo wir unsere Vorräte vervollständigen. Allmählich müssen wir unseren Kühlschrank allerdings leer essen, denn bis zu unserer Abreise sind es nur noch fünf Tage. So schnell vergeht die Zeit :-)


"Kerikeri" liegt an einem Fjord bzw. am "Kerikeri Inlet". Wir marschieren eine halbe Stunde bis zur "Footbridge". An dieser idyllischen Stelle ergiesst sich der "Puketotara Stream" ins "Inlet" und es bildet sich ein kleiner Wasserfall, die "Wharepuke Falls".




Just an dieser bezaubernden Stelle (so ein Glück) befindet sich mit schönster Aussichtslage auf das "Inlet", ein nettes Café, das "pear tree". Unsere Entscheidung liegt auf der Hand :-)

Das Dorf "Kerikeri" unterscheidet sich kaum von anderen Dörfern in dieser Gegend. Irgendwie sehen sich alle ein wenig ähnlich.



"Flowers of the day..."



Nur fünf Gehminuten vom Campingplatz entfernt gibt's ein echt italienisches Restaurant, "The Italiens". Wir reservieren uns gleich zwei Plätze für heute Abend in dem relativ kleinen, aber gemütlich eingerichteten Lokal. Wir hatten wieder mal einen guten Riecher. Die Pizza, das "Verdura" und auch der Wein schmecken ausgezeichnet, vom delikaten Dessert und echten italienischen Espresso ganz zu schweigen :-)

Hoi Anita und Heinz, we wish you a happy and safe New Year. Und en huufe schöni Reise, und natürli viel Gsundheit! Uebrigens, mir gfalled die normale Föteli au besser. Ganz liebi Grüess us St. Gallen
AntwortenLöschenMarion and family