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Freitag, 20. Januar 2012

Reise von Adelaide nach Melbourne II (mit Campervan)

Mt Gambier (SA) – Halls Gap, The Grampians (VIC) (Freitag, 20.1.2012)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 30 Grad

Am frühen Morgen schaut uns bei unseren Tai-Qi-Übungen ein "Magpie" aus nur drei Meter Entfernung interessiert zu.

Nachfolgend die Erklärung zum besonderen Verhalten dieses einheimischen Vogels:
Der "Magpie" gehört zur Familie der Würgerkrähen. Wegen seines schwarz-weissen Gefieders wird er in Anlehnung an die Elster (Pica pica) im Englischen Australien "Magpie" genannt. Flötenvögel können sehr zahm werden. Sie besitzen die Fähigkeit, Stimmen zu imitieren. Der laute Gesang der "Magpies" oder auch Flötenvögel (Gymnorhina tibicer) hallt weit über Täler und Ebenen, aber nur im Süden Australiens. Die Verwandten im Norden haben andere Gesänge.

Wir verlassen die Küstenregion für eine Weile und halten uns ein paar Tage im grössten Nationalpark des Bundesstaates "Victoria", den "Grampians" auf, welche von "Mt Gambier" ca. 220 Autokilometer entfernt im Landesinnern liegen. Die "Grampians" bilden den westlichsten Teil der australischen "Great Dividing Range" und bestehen aus vier Höhenzügen, die überwiegend von Norden nach Süden verlaufen, der "Mount William Range" im Osten, der "Serra Range" im Süden und der Mitte, der "Victoria Range" im Westen und der "Mount Difficult Range" im Norden.Die Höhenzüge fallen Richtung Osten abrupt ab, mit vielen Steilwänden und Überhängen, während nach Westen hin sanftere Abhänge vorherrschen. Die höchste Erhebung ist "Mount William" mit 1'167 m.ü.M.

Ein paar Kilometer östlich von "Mt Gambier" überqueren wir die Bundesstaatsgrenze von "South Australia" nach "Victoria". Eine Lebensmittelkontrolle zwischen diesen beiden Staaten gibt es hier nicht, in Richtung Westaustralien hingegen schon.

Via "Casterton" und "Coleraine" fahren wir durch das relativ ausgetrocknete Farmerland nach "Hamilton".



Die Schafe und Kühe kriegen zurzeit nur Trockenfutter zu fressen. Es hat offenbar schon längere Zeit nicht mehr geregnet.



Die rot-grünen Weihnachtsbäume bringen etwas Farbe gelb-braune Landschaft.





Bei "Coleraine" haben wir etwa die halbe Strecke geschafft.

Nach einem kurzen Einkaufshalt in "Hamilton", fahren wir zügig weiter. Schon von weitem sehen wir aufsteigenden Rauch und denken schon an einen Buschbrand, wie er vor drei Jahren riesige Landstriche versengt hat. Plötzlich erkennen wir beidseitig der Strasse schwarz abgebrannte Flächen.

Je näher wir dem Brandherd kommen umso klarer wird, dass es sich hier um ein gelegtes Feuer handeln muss.

In Begleitung der Feuerwehr werden beidseitig der Strasse breite Streifen des dürren Grases abgebrannt, um eine Brandschneise zum Stoppen etwaiger Flächenbrände zu schlagen. Zugleich wird dadurch verhindert, dass von autofahrenden Rauchern unachtsam weggeworfene Zigarettenkippen zu einem sich ausbreitenden Brand führen.







Die Durststrecke haben wir bald überwunden. Allmählich nehmen die "Grampians "Formen an. Das Gebirge ist ca. 400 Millionen Jahre alt und erhebt sich bis über 1100 Meter über den Meeresspiegel.





Bei der kleinen Ortschaft "Dunkeld" zweigen wir in den Nationalpark ab.



Die Strasse führt zunächst dem östlichen Teil des Nationalparks entlang. Links und rechts erheben sich immer höher werdende Hügelzüge und Berge.





Zwischendurch machen wir an lauschigen Picknickplätzen einen Halt. Schatten ist wieder gefragt, denn das Quecksilber zeigt bereits wieder 30 Grad Celsius an.





Dann geht's weiter durch den grünen Urwald des Nationalparks. Vor einem Jahr hatten sie hier zur gleichen Zeit massive Überschwemmungen infolge aussergewöhnlich starker und lang anhaltender Niederschläge.

Der angepeilte Ort "Halls Gap" liegt am Rand des Nationalparks nördlich des "Lake Bellfiels", welcher als graufarbener Stausee doch relativ steril auf uns wirkt, insbesondere nach dem gestrigen Erlebnis des "Blue Lake".



Der Campingplatz "Halls Gap Caravan Park" im Zentrum des kleinen Orts " Halls Gap" ist schnell gefunden. Wir erhalten ein Schattenplätzchen gleich neben dem Sanitärgebäude.

Die wenigen Shops im Dorf haben wir bald "durchbummelt" und ein passendes Café ist ebenso schnell gefunden ;-)






Halls Gap, Grampians Wandertag I (VIC) (Samstag, 21.1.2012)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 31 Grad

Wir werden vom Gezwitscher der Vögel geweckt. Die Papageien sind besonders laut. Mitten im Weihnachtsbaum erblicken wir den ersten "Rainbow Lorikeet" auf unserer Reise.

"Cockadoos" gibt es hier jeden Menge.

Sie sind, wie alle Papageien, äusserst gesellige Vögel und man sieht sie selten allein.

Krähenart findet man hier überall. Ihr Gesang unterscheidet sich positiv von der europäischen Art.

Kangaroos erlebt man hier auf dem Campingplatz zu Hauff, zu jeder Tag- und Nachtzeit. Der Hauptgrund dafür dürfte im saftigen Rasen liegen, der bewässert wird.









Am frühen Morgen ist es noch empfindlich kalt. Für unsere Wanderung müssen wir uns relativ warm anziehen, vor allem, weil ein straffer Wind weht und unser Weg in die Berge führt. Wir werfen noch einen Blick von unten auf die zu erklimmende Bergkette.



Mit dem Campervan fahren wir zum "Sundial Carpark", dem Ausgangspunkt unserer heutigen zweistündigen Wanderung zu den "Pinnacles" (nicht zu verwechseln mit den Pinnacles im Westen Australiens). Der "Track" führt durch wildes Buschland zwischen imposanten Felsformationen hindurch empor zur atemberaubenden "Pinnacle" Aussichtsterrasse auf ca. 800 m.ü.M..







Der Gebirgspfad ist zwar gut gepflegt, aber gutes Schuhwerk ist unerlässlich. Es ist eher eine Bergwanderung als ein Waldspaziergang.







Ab und zu beobachten wir auch angebrannte Baumstämme von früheren Buschbränden. Der Brandgeruch liegt noch in der Luft.



Der Aufstieg fällt uns relativ leicht, weil es noch nicht zu warm ist. Wir erwarten heute immerhin 31 Grad Celsius. Über ein Plateau führt der Pfad zwischen den imposanten Felsformationen hindurch zur Aussichtsplattform.





Mit manchen Felsformen assoziiert man Tiere, wie beispielsweise dieser Löwenkopf.



Von hier aus haben wir bereits eine fantastische Aussicht auf die bizarren Pinnacle-Felsen.







Die letzten paar Hundert Meter führen über zerklüftete Felsspalten mit tollen Durchsichten ins Tal.









Der Blick von unten schaut noch eindrücklicher aus.

Dann endlich sind wir am Ziel. Die Aussicht von der Pinnacle-Kanzel ist umwerfend. Es weht ein kräftiger böiger Wind. Wir sind froh, dass es hier stabile Geländer hat, zumindest auf dem einen Felsvorsprung.







Beim Anderen müssen wir alleine schon wegen des starken Windes vorsichtiger sein (wie gut dass es heute so kräftigen Wind hat ;-)







Nach dem es bei unserer Ankunft noch viele Wolken hatte, verziehen sich diese überraschend schnell und der Himmel präsentiert sich beinahe wolkenlos.

Beim Lunch kommen uns die Raben erstaunlich nahe. Einen Apfelrest liegen lassen, schnappt er sich diesen unverzüglich.



Die Rabenfamilie ist hier oben gut vertreten.



Beim Abstieg geht's, wie gewöhnlich, flotter voran.





Gerade vertrauenerweckend schaut dieses Reptil nicht aus. Wir sind uns nicht sicher, ob es sich dabei um eine Echse oder eine Schlange handelt. So machen wir einen grossen Bogen um den Baumstamm und hoffen, dass es uns nicht anspringt.



Dieses Reptil können wir hingegen eindeutig als Echse identifizieren ;-)

Wer weiss, wieviele Tausend dieser Reptilien zwischen den Felsen hausen. Man sollte deswegen nicht vom ausgeschilderten Pfad abkommen, denn Giftschlangen gibt es in Australien jede Menge.



Insgesamt sind wir vier Stunden unterwegs, mit vielen Fotopausen, versteht sich ;-)

Foto des Tages

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