WICHTIG! Die Beiträge werden chronologisch absteigend angezeigt, d.h. der neueste Beitrag steht immer zuoberst. Es werden immer nur die letzten 2 bis 3 Beiträge gleichzeitig angezeigt. Weitere, ältere Beiträge können auf vier Arten im Navigationsbereich (rechts) aufgerufen (Blog-Archiv + Kategorien) oder mit Stichworten im ganzen Reisetagebuch gesucht werden (Suchfeld links oben):

- pro Jahr (z. B. ganzes Jahr 2008) --> Achtung, sehr lange Download-Zeit!
- pro Monat (z. B. November) --> Achtung, evtl. lange Download-Zeit!
- pro Beitrag (z. B. In Sydney)
- pro Kategorie (z. B. Thailand) --> Link Ältere Posts anzeigen benützen!

Zusätzlich können am Ende aller angezeigten Beiträge immer die "Startseite", "Neueren Posts" und "Älteren Posts" dazu aufgerufen werden.

NEU! Bei Ortschaften (z.B. im Titel) sind Google-Maps hinterlegt, die direkt auf die entsprechende Landkarte führen (nach Gebrauch im IE wieder zurückblättern).

Dienstag, 17. Januar 2012

Reise von Adelaide nach Melbourne I (mit Campervan)

Adelaide – Hahndorf – Meningie (SA) (Dienstag, 17.1.2012)
Wetter: sehr schön bis bewölkt, sehr heiss, windig / Temp.: 39 Grad

Eine heisse Tropennacht liegt hinter uns. Es hat nicht unter 27 Grad abgekühlt und am Morgen weht ein warmer, föhnartiger Wind. Nur um ein Grad verpassen wir heute die 40-Gradmarke. Wir sind heute beizeiten aufgestanden und sind um acht Uhr bereits unterwegs zu unserem ersten Etappenziel, dem Deutschen Einwanderer-Dorf "Hahndorf".

Auf dem gut ausgebauten "South Eastern Freeway" fahren wir zunächst durch die "Adelaide Hills" landeinwärts. Die sechsspurige, steil ansteigende Strasse windet sich durch die Hügel bis auf immerhin 600 Meter Höhe über Meer.

Das schmucke Dorf haben wir uns zwar schon beim letzten Mal angeschaut. Weil es aber gerade an unserer Fahrroute liegt und es zudem sehr anheimelnd wirkt, machen wir dort einen kurzen Halt.



Es ist erst neun Uhr. Eigentlich sind wir zu früh dran, denn noch haben einige der vielen Shops und Boutiquen geschlossen.





Ein paar der hübschen Cafés haben aber dennoch geöffnet, darunter auch ein deutschen Bäcker. Dort gibt es sogar köstliche Apfelstrudel zu kaufen. Warum nicht?



Wir schlendern noch etwas durch die Shops, bevor wir den "Freeway" wieder unter die Räder nehmen.



Die "Hahndorfer" geben sich alle Mühe um mit ihren gepflegten Gärten und Häusern die Touristen anzulocken.

Wir überqueren den "Murray River" diesmal auf dem "South Eastern Freeway".





Bei "Tailem Bend" zweigen wir sodann in den "Princes Highway" in Richtung Küste ab. Dieser führt zunächst dem riesigen "Lake Alexandrina" entlang, der aber von der Strasse aus kaum sichtbar ist. Der Strassenverlauf passt sich vollkommen dem Gelände an, was für Australien typisch ist.



Ob Motorradfahren bei der Hitze ein Vergnügen ist, wagen wir zu bezweifelt. Wir haben mit unserem Roller schon bei dreissig Grad unsere Probleme und hier sind es zurzeit 39 Grad.

Wir nähern uns dem "Lake Albert", wo die kleine Ortschaft "Meningie" liegt. Auf der linken Seite gibt es jede Menge kleinerer ausgetrockneter Seen, die nur noch als Salzseen vorhanden sind.





Die Weite der Landschaft ist beeindruckend.



Um die Mittagszeit treffen wir bereits in "Meningie" ein. Der "Lake Albert Holiday Park" ist einer der vielen "Top Tourist Parks" in Australien, bei denen wir mit unserem "Apollo Campervan" 10% Rabatt erhalten :-) Bevor wir auf den Campingplatz fahren, schauen wir uns die Strandpromenade an.

Zuerst füttern und dann verscheuchen; ist doch nett, wie manche Leute mit den Tieren umgehen.



Der "Lake Albert" wird vom "Murray River" gespeist, ist aber sehr seicht und der Untergrund ein wenig schlammig.



Zunächst dachten wir doch tatsächlich, wir hätten einen "Pohutukawa" aus Neuseeland vor uns. Doch beim näheren Hinsehen entpuppt sich der Baum mit den roten Blüten als plumpe Fälschung ;-)





Der Campingplatz liegt direkt am Seeufer und besitzt eine einfache, aber hinreichende Infrastruktur. Zudem brilliert er mit einem grosszügigen Sanitärgebäude. Der Platz ist zurzeit nur mässig belegt, so dass wir eine Parzelle unweit des Sees erhalten.

Das nette Restaurant gleich daneben kommt wie gerufen, denn wir möchten bei der Hitze nicht selbst kochen, sondern uns heute Abend lieber wieder einmal auswärts verwöhnen lassen, zumal uns gegen Abend ein Tiefdruckausläufer streifen soll, der möglicherweise etwas Regen bringen wird.

Nicht nur wir geniessen die unvergleichliche Abendstimmung am See, sondern auch der "Magpie" und viele weitere Vögel, die sich den Campingplatz als Zuhause gewählt haben.








Dieses Kangaroo gehört nicht zu den lebenden Spezies, aber wir haben schon vor drei Jahren etliche Mühe gehabt, bis wir endlich ein Lebendes entdeckt hatten. So geben wir uns vorerst mit einer Tonfigur zufrieden ;-)

Auf den langen Strassengeraden haben wir damals das folgende "Kangaroo Poem" gedichtet:

I wanna see a kangaroo,
but I won't to be a kangaroo,
so what should I do as a kangaroo?
The whole day long what do they do?
They're gonna look for more food,
That's not what I wanna do,
but I'm still wanna see a kangaroo.

Zu guter Letzt verabschiedet sich der wunderschöne Tag mit einem bezaubernden Sonnenuntergang.








Auf unserem Campingplatz können wir momentan gleich drei Vertreter der typisch australischen Camper-Ausrüstungen betrachten:

Eine häufig gesehene Kombination ist der doppelachsige Wohnanhänger (Caravan), der selbstverständlich mit einem kräftigen 4WD-Fahrzeug (Landcruiser) gezogen wird und oftmals auf dem Dach ein Fischerboot transportiert.

Der Zeltanhänger (Camping-Trailer) mit Slideouts beweist seine Vorteile in den heissen Nächten mit gut durchlüfteten Schlafzelten, die vom Boden abgehoben einen guten Schutz vor Schlangen und anderen kriechenden, giftigen Kreaturen bieten.



Der aufgesattelte Wohnanhänger (umgangssprachlich 5th-Wheeler genannt) mit Pickup (umgangssprachlich "Uti" genannt) bietet eine ähnliche Unabhängigkeit des Zugfahrzeugs, einfachere Rangiermöglichkeit und noch mehr Wohnkomfort.


Meningie – Robe (SA) (Mittwoch, 18.1.2012)
Wetter: bewölkt bis sehr schön, windig / Temp.: 22 Grad

Als wir am Morgen aufwachen, trifft uns beinahe der Schlag oder besser gesagt ein Kälteschock. Das Thermometer ist über Nacht um mehr als zwanzig Grad gefallen. Die Störung ist zwar hier ohne Regen vorübergezogen, hat aber offensichtlich Kaltluft aus Süden mitgebracht. Selbst die kräftige australische Sonne vermag dies nur teilweise zu kompensieren. Dass wir aber heute wegen des kräftigen Windes und der relativ tiefen Temperaturen (Wind gill) noch den Fleece anziehen würden, hätten wir gestern noch für unmöglich gehalten.

Wir starten bei bedecktem Himmel und fahren auf dem "Princes Highway" weiter in Richtung Süden dem faszinierenden "Goorong Inlet" entlang, welches mit 120 km Länge wohl eines der längsten der Erde ist.









Dieser von unzähligen Seen, Salzseen und karger Vegetation geprägten National Park ist sehr eindrücklich. Die Farbkombination macht wieder einmal den besonderen Reiz dieser Gegend aus.









Diese robusten Pflanzen wachsen auch in dieser unwirtlichen salzigen Landschaft.









Das widerstandsfähige "Spinifex-Gras" ist typisch für diese karge Landschaft.









Bis zum nächsten Siedlung sind es immerhin fast 150 Kilometer. Dazwischen hat es lediglich eine einzige "Road Station", wo man notfalls tanken und etwas essen kann. Die weite Australiens macht sich wieder bemerkbar.

Je weiter wir vorankommen, umso sonniger wird der Tag. Gegen Mittag ist der Himmel wieder beinahe wolkenlos :-) Den "Riesen-Lobster" von "Kingston" haben wir schon einmal bewundert. Es gibt wohl kaum ein Passant, der dieses Wahrzeichen der Stadt nicht fotografiert hat.





In "Robe" haben wir vor drei Jahren zwei Tage verbracht. Auch für Einheimische ist dies ein hübscher Ferienort, welcher direkt am blaugrünen Meer und zwischen fünf Seen eingebettet liegt. Sandstrand gibt es ohne Ende und die Seen sind auch für die Fischer attraktiv.





Einladende Shops, Boutiquen und Cafés laden zum Bummeln und Verweilen ein.





Der Campingplatz "Lakeside Tourist Park" liegt nicht direkt am Meer, sondern zwischen zwei der fünf Seen von "Robe", dem "Fellmongery Ski Lake" und dem "Lake Charra". Wir haben Glück, dass wir an diesem wunderschönen Ort noch einen Platz erhalten, denn bis zum 26. Januar, dem Nationalfeiertag Australiens, herrscht immer noch Hauptferienzeit.







Nach dem wir unseren Campervan platziert haben, spazieren wir auf dem uns bereits bekannten Fussweg ins Dorf. Der Café wartet schon ;-)



Obwohl inzwischen schönstes Wetter herrscht, gelüstet es uns nicht draussen zu essen. Der Wind ist einfach zu ungemütlich. Man kann selbst auf dem kleinen See unschwer die Schaumkronen bzw. den Schaum erkennen.




Robe – Mt Gambier (SA) (Donnerstag, 19.1.2012)
Wetter: sehr schön, windig / Temp.: 25 Grad

In den WCs hängen mit subtilem Humor abgefasste Hinweise, um diese sauber zu halten. Das folgende gelungene Müsterchen stammt vom Campingplatz in "Robe".

Auch heute erleben wir, wie vor drei Jahren, einen bezaubernden Sonnenaufgang über dem "Fellmongery Ski Lake".



Bei der Ausfahrt von "Robe" fahren wir noch an zwei weiteren, tiefblauen Seen vorbei, bis wir die Küstenstrasse erreichen.

Unser nächstes Etappenziel "Mt Gambier" liegt nur 140 km entfernt. Wir nehmen anstelle des "Princes Highway" die weniger befahrene und interessantere Küstenstrasse entlang der vielen Seen, die der Küste vorgelagert sind. Die urtümliche Seenlandschaft fasziniert uns immer wieder.



Der "Woakwine Cutting" ist ein für uns unerwartet tiefer Einschnitt in der Landschaft. Diese kleine Schlucht wurde von Menschenhand erstellt. Die "Woakwine Cutting" ist ein herausragendes Beispiel der Ingenieurskunst, erreicht von nur zwei Männern, die mit einem D7-Traktor den Fels durchtrennt hatten, um das Sumpfland für die Landwirtschaft entwässern zu können.





Die mit Wind betriebene Wasserpumpe gehört zum typischen Landschaftsbild Australiens.

Der bezaubernde Weihnachtsbaum Australiens wird bald einmal verwelkt sein. Bei unseren letzten Australienreise waren wir etwa einen Monat später dran. Deshalb lasst uns den prächtigen Anblick ein weiteres Mal geniessen :-)

Unser Kangaroo-Gedicht wurde erhört. Heute sehen wir doch tatsächlich unser erstes lebende Kangaroo, als es gerade vor uns die Strasse überquert. Wir konnten gerade noch rechtzeitig bremsen, um es nicht zu überfahren. Leider waren wir in der Überraschung nicht in der Lage die Fotokamera zu zücken uns ein Foto dieses ausserordentlichen Ereignisses zu schiessen. Kangaroos sind nämlich am hell lichten Tage eher selten zu beobachten.

Die Stadt "Mt Gambier" befindet sich unweit der Bundesstaatsgrenze zu "Victoria". Der angepeilte "Blue Lake Holiday Park" ist ein "Big4" Campingplatz, wo wir mit unserer Membercard ebenfalls 10% Rabatt erhalten. Er liegt in einer wunderschönen Parkanlage zwischen zwei Seen am Rande der Stadt. "Mount Gambier" verdankt seinen Namen keinem Berg, sondern einem vor rund 5'000 Jahren erloschenen Vulkan in dessen Krater sich vier Seen befinden. Einer davon ist der bezaubernde "Blue Lake".





Die extrem sattblaue Farbe verdankt der Vulkankratersee nicht nur dem blauen Himmel, sondern auch den im Wasser aufgelösten Mineralien sowie dem Untergrund.





Der "Blue Lake" sorgt zweimal jährlich für ein Naturschauspiel besonderer Art: Im November und April wechselt das Wasser seine Farbe. Im Sommer ist es blau und mit Einzug des Winters färbt es sich plötzlich fast über Nacht grau. Wissenschaftler haben bis jetzt keine eindeutige Erklärung dieses Phänomen.

Rund um den Kraterrand führt ein ca. 4 Kilometer langer Spazierweg, von dem aus man den See von allen Seiten bestaunen kann. Wir ziehen eine Besteigung der höchsten Erhebung am Kraterrand vor.

Die Aussicht auf dieses bezaubernde Juwel der Schöpfung ist grandios.

Man kann hundert Mal hinsehen und hat immer das Gefühl, der See würde noch ein wenig blauer. Es ist wohl das satteste Blau, welches wir je gesehen haben.

Dieses Schauloch in einem Felsen wird wohl schon von Tausenden für ihr Fotoalbum genutzt worden sein. Da wollen wir natürlich nicht hinten anstehen.



Der "Leg of Mutton Lake" enthält kein Wasser mehr und ist mittlerweile wieder von der Pflanzenwelt in Beschlag genommen worden.

Westlich davon liegt, in einem Vulkankrater eingebettet, der "Valley Lake". Umgeben von grüner Vegetation passt er sich gleichermassen seiner Umgebung an.





Nachdem wir uns auf dem Campingplatz eine schöne Parzelle ausgesucht und reserviert haben, fahren wir erst mal in die Stadt zum Einkaufen. Anschliessend steht einem Bummel durch die Innenstadt nichts mehr im Wege.



An der Haupteinkaufsstrasse , die leider vom Autoverkehr stark frequentiert wird, befindet sich auch die schmucke "Town Hall" der Stadt.

Sie wurde aus rötlichem "Gambier Limestone" 1882 erbaut. Das Besondere daran: Das Gebäude erhielt ein Jahr später einen Glockenturm gestiftet von "Thomas Cute Ellis of Benara Station", was dem Stadthaus eine spezielles Aussehen gibt.

Gleich hinter der "Town Hall" schliesst ein hübscher Park mit einer tiefen Grotte an, wo jeden Abend eine eindrückliche "Lightshow" abgehalten wird. Dies ist auch gleichzeitig einer der Einstiege in ein eindrückliches Höhlenlabyrinth, welches sich direkt unter "Mt Gambier" erstreckt.





Ab und zu treffen wir in der Innenstadt auch auf alte Gebäude im viktorianischen Stil.

Und gelegentlich kann man sogar mitten in der Stadt einen dieser entzückenden Bäume ausmachen ;-)

Da die Stadtmitte quasi zwischen Vulkankratern eingebettet liegt, steigen die Strassen vom Stadtzentrum nach aussen überall an. Wir stehen hier ebenfalls auf einer Anhöhe.

Der Campingplatz "Blue Lake Holiday Park" ist grosszügig angelegt.



Man wähnt sich mitten in der Natur und wir können den wunderbaren Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre in der Nacht, ungetrübt durch städtischen Beleuchtung, in vollen Zügen geniessen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentar(e) zum Reisetagebuch-Eintrag von Anita und Heinz


Wichtig: Mittlerweile verfügen wir über sieben unabhängige Reisetagebücher. In der Navigationsleiste (rechts) unter der Rubrik "Impressum" kann jedes der Reisetagebücher direkt erreicht werden. Zusätzlich zum aktuellen sind gegenwärtig folgende Reisetagebücher verfügbar: