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Sonntag, 22. Januar 2012

Reise von Adelaide nach Melbourne III (mit Campervan)

Halls Gap, Grampians Wandertag II (VIC) (Sonntag, 22.1.2012)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 34 Grad

Mit der aufgehenden Sonne beginnt der Gesang der Vögel und weil es hier eine grosse Vielzahl davon gibt, braucht man eigentlich keinen Wecker zu stellen. Meist ist der lachende "Kookaburra" einer der Ersten, dann folgen die Magpies, Cockatoos, Rosellas, Rainbow Lorikeets und andere Papageien. Da bleibt kein Auge zu, denn die machen mit ihrem Gekreische einen Höllenlärm, dass es von den Felswänden hallt. Es leben rund 200 Vogelarten im Park.

Es wird ein heisser Tag werden. 34 Grad Celsius sind angesagt und diese werden wir wohl erreichen, denn der Himmel ist heute wolkenlos. So fahren wir denn früh los, um der Mittagshitze etwas zuvorzukommen. Unser erstes Ziel, die "Balconies", liegt auf etwa 700 Meter Höhe. Vom Parkplatz aus sind es gerade mal 45 Gehminuten bis zum "Lookout" und zurück. Es wird eher ein Spaziergang, als eine Wanderung werden.



Unterwegs treffen wir auf eine niedliche Steinmännchen-Landschaft, die offensichtlich von Passanten nach und nach errichtet wurde.





In der Ferne können wir den dunkelblau gefärbten "Lake Wartook" erkennen.



Die "Balconies-Felsen" ähneln einem Krokodilkopf und sind auf vielen Ansichtskarten der Region abgebildet.



Unter uns breitet sich das "Victoria Valley aus. Ein grosser Teil des Nationalparks besteht Wald und Buschland und ist somit für normale Touristen kaum erreichbar.







Gleich hinter diesem markanten Felskopf befindet sich der "Fire Lookout", um etwaige Buschbrände möglichst früh zu erkennen.

Als nächstes wollen wir uns die "MacKenzie Falls" vom "Lookout" aus ansehen. Dieser gut präparierter Gehweg ohne nennenswerten Steigungen ist als "Loop" ausgebildet und innert 30 Gehminuten locker zu bewältigen.



Entlang des Pfades wachsen die urtümlichen anmutenden "Kangaroo Tails", die eine der ältesten noch existierenden Pflanzen der Erde sind.





Wir haben diese buschigen Grasbäume auch schon in "Hansens" Garten in "Townsville" gesehen.

Auch "Watle Trees" (Mimosenart) mit ihrem gelben Blütenständen sind hier heimisch.



Die Farne gedeihen in dieser Gegend vorwiegend als Bodenfarne und nicht, wie in Neuseeland als Bäume.

Auch hier trifft man auf Brandspuren. Die Eukalyptusbäume überstehen normalerweise solche Feuersbrünste und treiben wieder neue Schösslinge aus den Resten der verbrannten Stämme hervor, wie dieses Beispiel anschaulich zeigt.

Am "Lookout" angekommen, werfen wir von oben einen Blick auf die "MacKenzie Falls". Es ist erstaunlich, dass dieser trotz relativer Trockenheit so viel Wasser führt.



Nach dem Blick nach unten, werfen wir zwischendurch mal einen selbigen nach oben. Wir stellen konsterniert lapidar fest, die Sonne brennt immer noch vom wolkenlosen Himmel unbarmherzig auf uns hernieder, daher kommt also das triefende Schweissband an unseren Australienhüten ;-)

Die dritte Wanderung ist wieder ein wenig anspruchsvoller. Wir müssen bis zur Basis des Wasserfalls immerhin zwei Mal 110 Höhenmeter überwinden. Da kommen fettleibige Australier ganz schön ins Schwitzen. Aber keine Sorge, beim Parkplatz wartet schon die Eisdiele, um die verlorenen Kilokalorien gleich wieder aufzufüllen ;-)

Im oberen Teil schaut das Bächlein total unscheinbar aus. Ob das bisschen Wasser für einen ausgewachsenen Wasserfall reicht?





Als wir unten ankommen, sind wir doch einigermassen überrascht, wie viel Wasser über die Felsen in den Pool stürzt.





Wasserfälle sind für die Meisten ein besonderes Naturschauspiel und ziehen entsprechend viele Menschen an.

Unseren Lunch halten wir auf einem Felsen mitten im Flussbett ab, ist doch mal was anderes ;-)



Dass die wichtigsten Wanderwege grösstenteils bereits wieder offen und begehbar sind ist ein kleines Wunder, denn das Hochwasser hat enorme Schäden an Wald, Flur, Wegen und Strassen verursacht, die gelegentlich noch sichtbar sind, wie beispielsweise diese Metallkonstruktion einer Fussgängerbrücke rechts im Foto.

Baden ist hier verboten, sonst würde der Pool bei der Hitze wohl voll sein. Da bleibt einem nur die Füsse zur Kühlung ins Wasser zu halten.



Wir verabschieden uns von diesem imposanten Wasserfall und nehmen den Aufstieg in Angriff.

Der Nachmittag gilt der "Recovery und Recreation". Die Wäsche ist bei der Wärme in Rekordzeit trocken :-)

Fotos des Tages:
"Cockatoos" sind nicht nur gesellige Vögel, sondern gehören auch zu den Cleversten dieser Spezies, wie sie geschickt ihre Krallen und Schnäbel einsetzen.







Papageien fressen normalerweise nur Körner und Früchte. Da wir nur Letzteres dabei haben, gibt's ein bisschen Aprikose.








Halls Gap, Grampians Wandertag III (VIC) (Montag, 23.1.2012)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 35 Grad

Vom "Wonderland Carpark" führt ein weiterer Weg zu den "Pinnacle", die wir schon am ersten Tag bestiegen hatten. Dieser führt durch den spektakulären "Grand Canyon", welchen wir uns heute ansehen wollen.

Die Bezeichnung "Grand Canyon" steht selbstverständlich in keinem Vergleich zum Original. Nichtsdestotrotz ist der Aufstieg durch die Felsenschlucht imposant. Es ist schon erstaunlich und zugleich faszinierend, was die Natur hier geschaffen hat.



Der Einstieg in die Schlucht verläuft noch relativ unscheinbar, so dass man versucht sein könnte, den "Track" mit Sandalen zu begehen (was tatsächlich auch einige tun).







Doch je weiter wir vorankommen, umso klarer wird uns, dass hier ohne gutes Schuhwerk nichts mehr läuft.



Die gewaltigen Felsstrukturen schauen teilweise aus, als ob sie von Menschenhand Stein auf Stein mit Mörtel gemauert worden wären.





Was die "Rancher" hier geschaffen haben ist beeindruckend. Der ganze "Track" ist menschengerecht ausgebaut und mit vielen Geländern, Brücken und Stegen gesichert, um auch Nichtbergsteigern die Möglichkeit zu geben, den "Canyon" zu hochzusteigen. Dennoch passieren immer wieder Unfälle, weil die Wanderer schlechtes Schuhwerk tragen, solches Gelände nicht gewohnt oder schlichtweg zu sorglos und unvorsichtig sind. Wir haben eben wieder ein Mädchen beobachtet, das sich den Fussknöchel verstaucht hat.







Die Lichtverhältnisse sind am Morgen denkbar schwierig, weil eine Seite der Schlucht noch im tiefen Schatten liegt und während die andere Seite bereits von der grellen Sonne beschienen wird. Insbesondere für Digitalkameras ist der enorme Kontrast kaum zu bewältigen. Hinzu kommt die extrem unterschiedliche Farbtemperatur zwischen dem Schatten (blaustichig) und der Sonnenseite (weisses Licht), welche den Weissabgleich der Digitalkamera vor praktisch unlösbare Probleme stellt. So werden die Bilder selbst mit HDR-Technik nicht optimal.





Im oberen Teil öffnet sich die Schlucht, so dass die Lichtverhältnisse wieder besser werden und wir ohne HDR-Fotos auskommen.









Kurz nach dem "Grand Canyon" machen wir wieder kehrt, denn wir wollen nicht nochmals zum "Pinnacle" hochsteigen. Im Übrigen sind wir hierfür zu spät dran. Die Sonne steht schon im Zenit und brennt erbarmungslos hernieder. Das Thermometer hat bereits die 35 Gradmarke erreicht, und zudem es ist praktisch windstill.





Zum Abschluss dieses wunderschönen Aufenthaltes im "Grampians Nationalpark" lassen wir uns in einem der 17 ansässigen Restaurants verwöhnen. Das "The Quarry" am Dorfende haben wir schon einmal berücksichtigt und waren mit allem sehr zufrieden, was bedeutet, Fisch, Wein, Dessert, Ambiente und Bedienung waren vorzüglich :-)



Das Lokal ist gemütlich eingerichtet. Wie so oft, sind wir als Frühesser unten den ersten Gästen. Eine Stunde später ist das Restaurant schon gut belegt.

Dass wir zweimal hintereinander auswärts essen gehen, ist recht ungewöhnlich, hat aber einen tieferen Hintergrund. Die Kücheneinrichtungen hier auf dem Campingplatz sind hundslausig und ungepflegt. Generell halten die Australier weniger vom Kochen, als die Neuseeländer; sie grillen lieber. Entsprechend spartanisch sind die "Kitchen" ausgerüstet.

Als wir zum Campingplatz zurück gehen, hüpft vor uns eben ein Kangaroo über die Strasse, "nota bene" genau dort, wo sich der Fussgängerübergang befindet ;-)



In der Nähe unseres Campervans hat sich eine Schar "Cockatoos" zum abendlichen Schwatz versammelt.

Und wir können es kaum glauben, direkt vor unserer Parzelle begegnen wir dem ersten "Kookaburra" auf unserer diesjährigen Australienreise.






Halls Gap – Port Campbell (VIC) (Dienstag, 24.1.2012)
Wetter: sehr schön, heiss / Temp.: 35 Grad

Nach diesem Ausflug ins Landesinnere zieht es uns wieder an die Küste, umso mehr, als die Temperaturen mit über 35 Grad doch an der Grenze des Erträglichen liegen. Über "Warrnambool", wo wir unsere Ess- und Trinkvorräte aufstocken, fahren wir der einzigartigen "Great Ocean Road" entlang.

Wer diese fantastische und gleichermassen überwältigende Küstenstrasse nicht in seine Australienreise einplant, macht etwas falsch. Alleine das Farbenspiel mit dem blaugrünen bis dunkelblauen Meer, den rot bis gelb gefärbten Felsformationen, dem Grün der Pflanzen und dem tiefblauen Himmel ist unbeschreiblich schön und kaum zu überbieten. Diese etwa 255 Kilometer lange Küstenlinie gehört fraglos zu den schönsten Küstenabschnitten der Erde. Schon bei unserer letzten Australienreise hatten wir grosses Wetterglück und konnten dies Küstenlinie bei schönstem Wetter geniessen. Und auch jetzt ist uns der Wettergott wohlgesinnt und beschert uns wiederum Traumwetter.

Doch zunächst fahren wir ca. 60 km durch den "Grampians Nationalpark" zurück nach "Dunkeld". Alleine auf dieser Strecke treffen wir auf sechs "Kangaroos", die sich am Strassenrand aufhalten oder eben darüber hüpfen.

Unzählige Schilder am Strassenrand weisen darauf hin.

Kurz vor "Dunkeld" verlassen wir den grossartigen Nationalpark mit einem schönen Foto vom markanten "Mt Abrupt".



Dann geht zügig durchs Farmerland Richtung Küste weiter.



Gegen elf Uhr sind wir bereits in "Warrnambool", am westlichen Ende der "Great Ocean Road", angelangt.

Etwas vom eindrücklichsten an dieser Küste sind die bizarren Inselfelsen in der "Bay of Island", die den "Zwölf Aposteln" durchaus das Wasser reichen können.



Das Farbenspiel zwischen Meer und Felsenklippen ist einzigartig.







Wir können uns kaum satt sehen ;-)







In der Fortsetzung der Küstenlinie folgt die ebenso faszinierende "Bay of Martyrs" mit weiten Sandbuchten.







Es gibt entlang der "Great Ocean Road" zahlreiche "Lookouts". "The Grotto" haben wir beim letzten Mal übersehen.



Die "London Bridge" gehört nach den "Zwölf Aposteln" zu den bekanntesten Felsformationen dieser Küste.



Am 15. Januar 1990 krachte das Verbindungsstück zum Land in sich zusammen. Zum Glück kam niemand zu Schaden. Zwei Personen, die gerade auf dem äusseren Teilstück befanden, konnten Stunden später mit dem Helikopter gerettet werden und kamen mit dem Schrecken davon.

Ein HDR-Foto bringt selbst die kleinsten Details der Felsstrukturen zum Vorschein und lässt die Farben noch kräftiger leuchten.

Kurz vor "Port Campbell" besichtigen wir noch "The Arch", ein vom Meer herausgearbeiteter Felsenbogen.

Jede Welle nagt an den Fundamenten und wird dereinst auch diesen imposanten "Arch" zum Einsturz bringen.



Wissenschaftler haben übrigens ausgerechnet, dass die Küste durch die Gewalt des Wassers jedes Jahr um zwei Zentimeter schrumpft, was bedeutet, dass sie in 100 Jahren um etwa zwei Meter abgebaut wird.

Der heutige Höhepunkt unserer Küstenfahrt sind die "Twelve Apostles". Dies sehen offenbar andere ebenso. Keines der vielen Sehenswürdigkeiten entlang der "Great Ocean Road" ist so stark frequentiert, wie diese herausragenden Felsengebilde.





Durch das starke Gegenlicht ist es nicht einfach die Szene optimal aufzunehmen.



Mit einem HDR-Foto bringt man noch etwas mehr Licht in die schattigen Partien der imposanten Felsentürme und -Klippen.



Eigentlich seien es noch nie zwölf Apostel gewesen, sagt erklärt ein Einheimischer. Die klingende Zahl Zwölf sei wohl der Bibel angeglichen worden.





Anschliessend steuern wir den Campingplatz in "Port Campbell Holiday Park" an, wo wir vor drei Jahren schon einmal übernachtet haben. Als wir den Preis für eine Nacht erfahren, trifft uns fast der Schlag. AUS$ 55.00 möchte die nette Dame in der Rezeption von uns haben und meint darauf angesprochen, dass von Weihnachten bis Ostern Hochsaison und der Preis deshalb durchaus angemessen sei.

Obwohl die Lage des Campingplatzes direkt am "Port "Campbell Inlet" zugegebenermassen wunderschön ist, die Sanitär- und Küchenanlagen bis auf eine Ausnahme mehr oder weniger gut eingerichtet sind und der ganze Platz sauber und gepflegt ausschaut, scheint uns die Platzgebühr trotzdem zu teuer zu sein. Wir waren die ganze Zeit, seit wir in Australien unterwegs sind, immer in der Hochsaison unterwegs und haben für eine Nacht nie mehr als AUS$ 42.00 bezahlt. Auf den folgenden Fotos ist das kombinierte Sanitär-, Küchen- und Aufenthaltsgebäude abgebildet.







Bei solchen horrenden Preisen sollte wenigstens das "WiFi" auf dem ganzen Platz funktionieren. Der "Hotspot" in unsere Nähe ist offensichtlich defekt. Auch bei den Toiletten gibt es unverständliche Mangel. So hat es bei den Frauen und Männern nur je drei Waschbecken, zudem bei den Männer nur drei WCs und dies bei immerhin 90 Parzellen.

4 Kommentare:

  1. Hi there, die Fotos sind wieder einmal genial. Es sieht toll aus in den Grampians. Ich kann mich nicht an diese tollen Canyons erinnern (ist ja auch schon über 20 Jahre her!). Gruss aus der kalten Schweiz, Marion and Family

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  2. Tja Leute, das Leben ist kein Ponyhof. Touristen sind schließlich eine Geldquelle und deshalb entsprechend zu melken.
    Gruß Lothar

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  3. Hello Marion with family,

    tja, wie die Zeit vergeht. Wir können uns noch gut daran erinnern, als Ihr nach Australien gereist seid und total begeistert und fasziniert von Eurem 'Down Under Trip' zurückgekommen seid. Wart Ihr damals nicht auch in auf dem 'Mount Kosciuszko' snowboarden? Wir werden in den nächsten Wochen ebenfalls dort durchfahren, natürlich um diese Zeit ohne Schnee ::-)

    Liebe Grüsse aus 'Apollo Bay'

    Anita und Heinz

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  4. Lieber Lothar,

    dem ist nichts hinzuzufügen. Es ist leider Tatsache, dass immer dann, wenn die meisten Familien zwangshalber Urlaub nehmen müssen, die Preise in den Himmel steigen. Das nennt man freie Marktwirtschaft, die so hoch gelobt wird, bis sie eines Tages abstürzen wird :-)

    Liebe Grüsse aus der schönen 'Apollo Bay'

    Anita und Heinz

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Kommentar(e) zum Reisetagebuch-Eintrag von Anita und Heinz


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